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2 Milliarden Euro für die beschleunigte Einrichtung des Europäischen Innovationsrats

Im Vorfeld der Beratungen des Europäischen Rats über Innovationen, Industrie und Wettbewerbsfähigkeit am 21. und 22. März unternimmt die Kommission entscheidende Schritte zur Einrichtung eines Europäischen Innovationsrats. Der weltweite Wettbewerb nimmt zu, und Europa muss seine Fähigkeiten in Bezug auf Innovation und Risikobereitschaft verbessern.

Deshalb ruft die Juncker-Kommission einen Europäischen Innovationsrat (European Innovation Council, EIC) ins Leben. Er soll dafür sorgen, dass sich aus Europas wissenschaftlichen Entdeckungen Unternehmen entwickeln, die rascher in größerem Maßstab tätig werden können (Scaling-up). Der Europäische Innovationsrat befindet sich derzeit in einer Pilotphase und wird im Rahmen des nächsten EU-Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont Europa“ ab 2021 seine Tätigkeit in vollem Umfang aufnehmen.

Carlos Moedas‚ EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, erklärte dazu am Montag, 18.03.2019: „Mit dem Europäischen Innovationsrat legen wir nicht einfach Geld auf den Tisch, sondern wir schaffen ein umfassendes Innovationssystem, damit Europa bei strategischen Technologien und Innovationen, die unsere Zukunft gestalten werden, etwa künstliche Intelligenz, Biotechnologie und emissionsfreie Energie, eine Vorreiterrolle einnimmt. Wir müssen uns auf die Bedürfnisse der Innovatoren konzentrieren. Sie sind es nämlich, die Arbeitsplätze schaffen, unsere globale Wettbewerbsfähigkeit stärken und unseren Alltag verbessern werden.“

Die Kommission leitete Ende 2017 die Pilotphase für den Europäischen Innovationsrat ein. Es wurden allgemeine Auswahlverfahren und persönliche Interviews durchgeführt, um Europas innovativste Start-ups und KMU (kleine und mittlere Unternehmen) zu ermitteln und finanziell zu unterstützen. Seitdem wurden bereits 1276 hochinnovative Projekte mit mehr als 730 Mio. Euro gefördert.

Die Kommission kündigt wichtige Schritte an, um die Pilotphase der EIC in den verbleibenden beiden Jahren noch zu intensivieren:

  • Über 2 Mrd. Euro an Fördermitteln für die Innovationskette für den Zeitraum 2019-2020: „Pathfinder“-Projekte zur Unterstützung fortgeschrittener Technologien aus der Forschungsbasis heraus (ab 19.03.2019 verfügbar) und eine Anschubfinanzierung zur Förderung von Start-ups und KMU bei der Entwicklung und Unterstützung von Innovationen bis zu dem Punkt, an dem sie für private Investoren interessant werden (ab Juni verfügbar). Im Rahmen der Anschubfinanzierung werden Unternehmen Zugang zu einer Mischfinanzierung (Finanzhilfen und Beteiligungen) von bis zu 15 Mio. Euro erhalten.
  • Die Kommission wird 15 bis 20 Innovationsführer in einen EIC-Beirat zur Überwachung des EIC-Pilotprojekts berufen. Der Beirat soll das EIC-Pilotprojekt leiten sowie den künftigen EIC vorbereiten und ihn weltweit publik machen. Innovatoren aus dem gesamten Umfeld sind aufgefordert, sich bis zum 10. Mai zu melden.
  • Die Kommission wird eine erste Gruppe von „Programmverwaltern“ einstellen, die über besonders große Erfahrung mit neuen Technologien verfügen und die Projekte rund um die Uhr tatkräftig unterstützen werden. Der Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen wird in Kürze veröffentlicht.
  • Ferner gibt die Kommission die 68 zusätzlichen Start-ups und KMU bekannt, die im Rahmen des laufenden EIC-Pilotprojekts für eine Gesamtfinanzierung in Höhe von 120 Mio. Euro ausgewählt wurden. Die betreffenden Unternehmen entwickeln beispielsweise eine Online-Bezahltechnologie auf Basis von Blockchains, neue energieeffiziente Bildschirme und eine Lösung zur Bekämpfung des Verkehrslärms (Aufschlüsselung der Begünstigten nach Land und Sektor).

    Hintergrund:
    Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung bahnbrechender und disruptiver Innovationen und aufbauend auf dem frühen Erfolg des EIC-Pilotprojekts hat die Kommission vorgeschlagen, dem EIC im Rahmen von Horizont Europa, dem EU-Programm zur Förderung von Forschung und Innovation (2021-2027), 10 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen.

    Obwohl in Europa nur sieben Prozent der Weltbevölkerung leben, werden hier 20 Prozent der weltweiten FuE-Investitionen getätigt und ein Drittel aller wissenschaftlichen Artikel von hoher Qualität veröffentlicht. Ferner verfügt Europa über eine weltweit führende Position in Wirtschaftszweigen wie der Pharmabranche, der chemischen Industrie, dem Maschinenbau und der Modebranche. Europa muss jedoch noch mehr tun, um diese exzellenten Voraussetzungen in Erfolge zu verwandeln und weltweit führende Unternehmen auf neuen, innovationsbasierten Märkten hervorzubringen. Dies gilt insbesondere für Innovationen auf der Basis grundlegend neuer Technologien oder Märkte (sogenannte bahnbrechende Technologien bzw. disruptive Märkte).

    Im Juni 2018 schlug die Kommission das bislang ehrgeizigste Programm für Forschung und Innovation, „Horizont Europa“, mit einem veranschlagten Budget von 100 Mrd. Euro für den Zeitraum 2021-2027 vor. Der Vorschlag basiert auf dem Beitrag der Kommission zum Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 16. Mai in Sofia („Eine erneuerte europäische Agenda für Forschung und Innovation – Europas Chance, seine Zukunft zu gestalten“). Darin wird hervorgehoben, dass ein Europäischer Innovationsrat eingerichtet werden muss und dass weitere Schritte zur Sicherung der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit Europas erforderlich sind.

    In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 28. Juni 2018 wurde die Einrichtung des EIC im Rahmen des nächsten langfristigen Haushalts (2021-2027) gebilligt. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben die Kommission aufgefordert, innerhalb des noch verbleibenden Zeitraums von Horizont 2020 ein neues Pilotprojekt für bahnbrechende Innovationen auf den Weg zu bringen, um die Voraussetzungen für einen voll funktionsfähigen EIC im Rahmen von Horizont Europa zu schaffen.

    Der Europäische Innovationsrat ist Teil eines umfassenderen Systems, das von der EU eingeführt wird, um den vielen Unternehmen in Europa die Chance zu bieten, weltweit führend zu werden. Weitere Initiativen sind ein Programm für einen europaweiten Risikokapitaldachfonds (VentureEU)die Investitionsoffensive für Europa (EFSI)‚ die Arbeit des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts‚ der Aktionsplan zur Kapitalmarktunion zur Verbesserung des Kapitalzugangs von Unternehmen oder der Vorschlag für eine Richtlinie über Unternehmensinsolvenzen.

    Weitere Informationen:

        Informationsblatt: Fragen und Antworten zum Innovationsrat
        Factsheet: Leitfaden für Innovatoren: Vom Europäischen Innovationsrat profitieren
        Factsheet: EU-Erfolge in Forschung und Innovation
        Europe is back: Accelerating breakthrough innovation: Report by the High Level Group on the European Innovation Council („Europa meldet sich zurück: Beschleunigung bahnbrechender Innovationen: Bericht der Hochrangigen Gruppe des Europäischen Innovationsrats“, nur auf Englisch verfügbar)
        Website zu Horizont Europa

    Quelle:  Europäische Kommission https://ec.europa.eu/germany/news/innovationsrats20190318_de

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