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Abfall ist wertvoll – seine Rückführung in den Stoffkreislauf eine Herausforderung

Anfang Februar trafen sich an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, der kommunalen Entsorgung, der privaten Abfallwirtschaft, darunter auch der bvse, sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einem Forum, um über eine Effizienzsteigerung von Abfallsystemen zu diskutieren.

Einig waren sich alle: Abfälle sind Wertstoffe. Wie diese wertvollen Reste zurück in die Wertschöpfungsketten gelangen, darüber wurde Anfang Februar vielschichtig an der Westfälischen Hochschule diskutiert. Zudem zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums auf, dass viele Wege zielführend sein können und letztendlich das Verhalten von Bürgerinnen und Bürgern eine entscheidende Rolle bei der Abfallentsorgung spiele, ebenso wie der Herstellungsprozess von den Produkten selbst.

00 thews.WH 19 24 VEGMdB Michael Thews (SPD), stellvertretender Vorsitzender im Umweltausschuss des Deutschen BundestagesHochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann begrüßte die Gäste des Diskussionsforums zur „Effizienzsteigerung der bürgernahen Abfallerfassung“, bevor Michael Thews (MdB), stellvertretender Vorsitzender im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, mit einem Impulsvortrag das Forum startete: „Mülltrennung wird von den Verbrauchern oft in Zweifel gezogen. Die Frage nach dem ‚Warum‘ ist beantwortet, je besser wir trennen. Denn desto besser ist die Wiederverwertung“, fasste Thews seine Sicht der Dinge zusammen.

Aber Thews sparte auch die Selbstkritik nicht aus: „Wirkungsvolle Gesetze haben zu lange gebraucht, um auf den Weg gebracht zu werden. Beispielsweise das neue Verpackungsgesetz, das seit Anfang des Jahres gilt. Wir wollen das Recycling verbessern.“ Das neue Verpackungsgesetz betrifft alle Hersteller, (Online-)Händler und Importeure, die Verpackungen in Deutschland in Umlauf bringen und verpflichtet sie Verpackungen so zu gestalten, dass diese in möglichst hohem Umfang gesammelt und recycelt werden können. Aber nicht alles lasse sich durch Gesetze regeln. Wichtig sei, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Der Grundgedanke solle sein: „Macht mit, es lohnt sich!“

Wie weit Bürgerinnen und Bürger von einer Wertstoffrückführung entfernt sind, zeigte ein kleines Experiment von Dr. Alexandra Kibbe. Kibbe stellte Studien von „psychologischen Strategien zur Steigerung der Erfassungsmengen am Beispiel von Elektrokleingeräten“ vor. Zuvor wurde durch eine Frage ins Publikum deutlich, was einige Ergebnisse der Studie zeigten. „Wer hat noch ein oder mehrere alte Mobilfunkgeräte zu Hause in der Schublade?“, so Kibbe. Viele Arme gingen in die Höhe – zu viele, bewertete Alexandra Kibbe, denn darin sind viele wertvolle Stoffe enthalten.

Als Abschluss resümierten Moderator und Hochschulprofessor Dr. Ralf Holzhauer unterstützt von Teammitarbeiter Tobias Althoff sowie dem Vorstand der Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung AöR (BEST) über das abgeschlossene gemeinsame Forschungsprojekt „Find it – Use it“.

Etwa drei Monate testeten ausgewählte Bottroper Bürgerinnen und Bürger in drei Versuchsgebieten Mülltonnen mit bunten Beuteln zur Mülltrennung und bestellter Abholung bei Bedarf.

„Die dreimonatige Pilotphase zeigt, dass durch das Sack-im-Behälter-Sammelsystem eine Steigerung der Sortenreinheit der Abfallströme Restabfall, Grünabfall, Leichtverpackungen und Speisereste erzielt werden kann. Zudem wurde der Bereitstellungsgrad der Behälter und der Füllgrad der Sammelbehälter im Durchschnitt um 30 Prozent gesteigert.

Die bedarfsgerechte Abholung führt außerdem – je nach Versuchsgebiet – zu einer Einsparung zwischen 35 und 65 Prozent der Abfall-Behälterleerungen. Insgesamt konnten 80 Prozent der Versuchshaushalte in das digitale Sammelsystem integriert werden. Ein Projekt, das größtenteils sehr gut angenommen wurde, aber auch zeigte, das erfolgreiche Wertstoffrückführung einfach und unmittelbar sein muss sowie in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger beginnt“, berichtet Holzhauer.

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