Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

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Das Bundeskartellamt in Bonn entscheidet in den nächsten Monaten, Bild: © Bundeskartellamt

Widerstand gegen DSD-Übernahme durch Remondis

Die geplante Übernahme von DSD durch Remondis sieht der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung kritisch, weil sie Auswirkungen auf das gesamte Marktgefüge der Entsorgungsbranche hat. Eine heute veröffentlichte Studie befürchtet "existenzbedrohliche Auswirkungen" entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Allerdings steht die Transaktion noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung. Die geplante Übernahme wurde durch Remondis am 16. Januar 2019 beim Bundeskartellamt angemeldet.

Dem Bundeskartellamt steht grundsätzlich ein Prüfungszeitraum von vier Monaten nach Eingang der vollständigen Anmeldung zur Verfügung. Innerhalb dieser Frist kann es den Zusammenschluss untersagen. Der bvse hat deshalb beim Bundeskartellamt unverzüglich einen Beiladungsantrag gestellt, um sich in das Fusionskontrollverfahren einbringen zu können.

Der bvse ruft aber auch die betroffenen Unternehmen auf, sich im anstehenden Fusionskontrollverfahren an das Bundeskartellamt zu wenden. Schließlich haben sich viele mittelständische Entsorger in der Vergangenheit an Ausschreibungen des Dualen Systems Deutschlands im Sammel-, aber auch Sortierbereich beteiligt. Jetzt wird der Hauptkonkurrent und Branchenriese Remondis mit der DSD-Übernahme gleichzeitig Auftraggeber und Auftragnehmer.

"Das gesamte Marktgefüge - von kleineren privaten bis zu großen kommunalen Unternehmen - unmittelbar oder mittelbar betroffen, wobei sich teilweise existenzbedrohliche Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ergeben", betont der Autor der Studie, Magnus Alexander zu Wied.

0 bvse brBernhard Reiling, Präsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung: "Es liegt auf der Hand, dass die geplante Übernahme zu weiteren Wettbewerbseinschränkungen in der Recycling- und Entsorgungsbranche führen wird.Die Übernahme des Dualen Systems durch Remondis wird die Branche kräftig durchschütteln und verändern. Zumal die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) sich jetzt auch massiv in der Entsorgungsbranche engagiert. Das wird die Konzentration weiter vorantreiben."
Siehe auch: Schwarz Gruppe setzt im Wertstoffmanagement auf klare Wachstumsstrategie


0 bvse er"Nach unserer Einschätzung ist Remondis daran interessiert, konzerneigene und damit abgeschottete Wertstoffkreisläufe zu schaffen. Das wird zu einer weiteren Verdrängung mittelständischer Unternehmen der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche führen", warnt bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Der bvse geht von einer marktbeherrschenden Stellung des Remondis-Konzern in den Bereichen Altglas, Altpapier, E-Schrott, Schrott und Sonderabfall aus.

Bei Erwerb der DSD Holding wäre die Marktbeherrschung von Remondis im Bereich des Kunststoffrecyclings wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Zugleich beherrscht Remondis auch in wichtigen Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg den Bereich der kommunalen Entsorgung über sogenannte PPP-Gesellschaften (Public-Private-Partnership). "Da bleibt den kleinen und mittelständischen Unternehmen keine Luft mehr, wenn in diesen Regionen Remondis auch das Geschäft mit der Verpackungsentsorgung in Händen hält. Der Mittelstand wird so zerrieben", so Eric Rehbock.

Schon jetzt lassen sich nach Meinung des bvse die Auswirkungen der geplanten Übernahme am Markt feststellen. "Wir beobachten, dass das Duale System Deutschland seine Lizenzierungs-Strategie geändert hat. Der Marktführer macht Markt durch Dumpingpreise. Das ist nicht gut für die Branche und das ist richtig schlecht für das Recycling in Deutschland", ist bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock überzeugt.

Umso wichtiger ist es, so bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock, dass sich die mittelständischen Unternehmen im Fusionskontrollverfahren gegen die geplante Übernahme zur Wehr setzen. Nach Einschätzung der Autoren der Studie wird der Ausgang der Prüfung des Bundeskartellamts nämlich auch davon abhängen, wie viele betroffene Akteure sich in dem Verfahren engagieren und ihre Sicht der Dinge darlegen werden.

Siehe auch: Mittelstand muss sich gegen DSD-Übernahme durch Remondis zur Wehr setzen

Die "Kurzstudie zur Konsolidierung des privaten Entsorgungsmarktes in Deutschland" hat die Berlin Global Advisors GmbH (BGA) im Auftrag des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung erstellt.

Zum Herunterladen:
Kurzstudie zur Konsolidierung des privaten Entsorgungsmarktes

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