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Rohstoffsicherungsbericht Niedersachsen 2018 übergeben

Anlässlich eines Treffens mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat der Präsident des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am 21. Dezember den Rohstoffsicherungsbericht Niedersachsen 2018 mit Zahlen, Daten und Fakten zu Rohstoffen in Niedersachsen übergeben.

01 09 Rohstoffsicherungsbericht NiedersachsenDer jetzt erschienene Bericht gibt einen Überblick über die Vorkommen, die Produktion und den Verbrauch von Rohstoffen in Niedersachsen. Dazu zählen unter anderem Kohlenwasserstoffe (Erdöl, Erdgas), Salze, Torf, Sand, Kies und Gips.

Wirtschaftsminister Althusmann: „Mit dem vorliegenden Rohstoffsicherungsbericht leistet das LBEG einen wichtigen Beitrag für eine sachliche Diskussion über die Rohstoffgewinnung in Niedersachsen. Unser Bundesland verfügt demzufolge über ein sehr großes und unterschiedliches Rohstoffpotenzial, das am Beginn vieler Wertschöpfungsketten steht. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und umweltrelevanter Aspekte sollten wir diese Rohstoffe auch zukünftig nutzen.“

Niedersachsen versorgt sich vor allem mit den Baurohstoffen Sand und Kies sowie mit Natursteinen weitgehend selbst. Ein ungebremster Rückgang dagegen ist seit Jahren bei der Erdöl- und Erdgasförderung zu beobachten.

LBEG-Präsident Andreas Sikorski: „Jeder Bundesbürger verbraucht in seinem Leben mehrere hundert Tonnen Rohstoffe. In Niedersachsen sind es alleine bei Sand und Kies rund fünf Tonnen pro Einwohner und Jahr, die für den Erhalt und die Verbesserung von Verkehrswegen, öffentlichen Gebäuden, Arbeits- und Wohnstätten benötigt werden. Es ist daher wichtig geeignete Abbauflächen in Raumordnungsprogrammen auszuweisen, um diesen Verbrauch auch weiterhin durch geringe Transportwege umweltschonend decken zu können.“

Zahlen, Daten und Fakten

Baurohstoffe:

Steine, Erden (u. a. Kiese, Sande und Natursteine) werden vor allem als Baurohstoffe verwendet und in großen Mengen benötigt. Der Absatz dieser Rohstoffe erfolgt überwiegend im Nahbereich der Abbaubetriebe. Im Jahr 2016 wurden circa 60 Millionen Tonnen von mehr als 400 Betrieben in rund 520 Abbaustellen gefördert. Dabei lag die Abbaumenge von Kies und Sand in vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zwischen 37,2 bis 44,4 Millionen Tonnen. Die Schwankung der Fördermenge folgt normalerweise zeitversetzt dem Verlauf der Baukonjunktur.

Erdöl und Erdgas:

Im Jahr 1965 förderte Niedersachsen noch 6,3 Millionen Tonnen Erdöl. Seitdem sank die Produktion bis auf 788.000 Tonnen Ende 2017. Aktuell verfügt Niedersachsen über rund 21% der gesamten deutschen Erdölreserven.

Die niedersächsische Erdgasproduktion (Rohgas) betrug bis 1963 knapp 1 Milliarde Kubikmeter pro Jahr. Danach stieg die Förderung kontinuierlich auf 20,9 Milliarden Kubikmeter in 1999 an. Seitdem ist bis 2017 ein Förderabfall auf 7,4 Milliarden Kubikmeter zu verzeichnen.

Gips:

In Niedersachsen wird von elf Unternehmen das Industriemineral Gips abgebaut. Die gesamte Produktionsmenge betrug im vergangenen Jahr knapp 1,4 Millionen Tonnen. Der Gips wird vor allem in der Bauwirtschaft und in geringerem Umfang als Form- oder Spezialgips in anderen Wirtschaftsbereichen verwendet.

Salzbergbau:

Kali- und Magnesiumsalze werden vor allem für die Herstellung von Düngemitteln genutzt. In Niedersachsen werden diese Rohstoffe ab 2019 nicht mehr gefördert. Das Bergwerk Sigmundshall am Steinhuder Meer stellt aufgrund der Erschöpfung der Lagerstätte die Rohstoffgewinnung Ende dieses Jahres ein. Im Jahr 2017 lag die Kali- und Magnesiumsalzproduktion in diesem Bergwerk bei 2,1 Millionen Tonnen. Aktuell läuft ein Planfeststellungsverfahren für die Wiederinbetriebnahme des Kalibergwerks Siegfried-Giesen bei Hildesheim.

Tongesteine:

Ende des Jahres 2017 bauten in Niedersachsen 50 Betriebe Ton ab. Der Ton wird vor allem zur Herstellung von Dachziegeln und Abdichtmaterial genutzt. Die Abbaumenge im Jahr 2016 betrug 1,1 Millionen Tonnen. Im Vergleich zu 2009 ist das eine Zunahme um 200.000 Tonnen. Dabei folgt der Verbrauch an Ziegelrohstoffen (Ton) der Entwicklung des Wohnungsbaus.

Torf:

Die Torfproduktion hat in den vergangenen Jahren weiter abgenommen. Sie betrug 2016 nur noch 6,1 Millionen Kubikmeter. Der abgebaute Torf wird vor allem im industriellen Gartenbau genutzt.

Steinkohle:

Steinkohle wird in Niedersachsen nicht abgebaut; wegen seiner Wahl zum Gestein des Jahres 2018 widmet der Bericht diesem Rohstoff indessen einen Einzelbeitrag. Steinkohlebergbau, der Europa in vielen Regionen über 200 Jahre geprägt hat, läuft in Deutschland Ende 2018 mit der Schließung der letzten verbliebenen Zeche Prosper Haniel in Bottrop aus. Die geologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Facetten des Energierohstoffes und seines Abbaus werden durchleuchtet und die Besonderheiten der Steinkohle in Niedersachsen dargestellt.

Ein weiterer Einzelbeitrag thematisiert den individuellen Verbrauch mineralischer Rohstoffe beim Eigenheimbau und den Rohstoffbedarf für die öffentliche Verkehrsinfrastruktur sowie den Bau von Windenergieanlagen. So summiert sich der durchschnittliche Gesamtbedarf an mineralischen Rohstoffen für ein Einfamilienhaus auf über 500 Tonnen. Das entspricht der Ladekapazität von 20 Lastkraftwagen mit jeweils 40 Tonnen Gesamtgewicht.

>>> Zum Rohstoffsicherungsbericht 2018

Quelle und weitere Informationen:  /www.lbeg.niedersachsen.de

 

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