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Boom der Waste-to-Energy-Branche setzt sich fort

Das Geschäftsklima in der Waste-to-Energy-Branche (WtE-Branche) ist so gut wie nie seit Beginn der Erhebung in 2012.

Bei den Betreibern thermischer Abfallverwertungsanlagen setzt sich der Boom der vergangenen Jahre fort; und auch in der WtE-Industrie hat sich 2018 die Stimmung noch einmal deutlich verbessert. Hier klettert das Barometer ebenfalls auf einen Rekordwert.

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Die CEWEP (Confederation of European Waste-to-Energy Plants) hat die Befragung zum Waste-to-Energy (WtE) Branchenbarometer 2018 durch ecoprog, wie bereits in den vorangegangenen Jahren, unterstützt und die Mitglieder zur Teilnahme aufgefordert.

Branchenbarometer WtE: Allzeit-Hoch

Die Untersuchung zeigt, dass die gute Konjunktur für die Betreiber von Waste-to-Energy-Anlagen weiterhin anhält. Die Auslastung der meisten Anlagen ist bereits seit zwei bis drei Jahren sehr hoch und ist in den letzten 12 Monaten bei 30 % der befragten Betreiber nochmals angestiegen. Dies wirkt sich positiv auf die Beschäftigung aus. Nachdem letztes Jahr bereits 16 % der Betreiber einen Anstieg der Mitarbeiter vorsahen, beabsichtigen nun sogar 20 %, zusätzliche Arbeitsplätzezu schaffen.

Im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal deutlich gestiegen sind die Geschäftserwartungen, die zweite Basis des Geschäftsklimas. Fast die Hälfte der Betreiber berichtet für die vergangenen 12 Monate über eine gestiegene Nachfrage; rund ein Drittel glaubt an einen noch positiveren Geschäftsverlauf in den kommenden 12 Monaten. Mit diesem Optimismus trotzen die WtE-Betreiber den Befürchtungen vieler anderer Wirtschaftszweige, deren Geschäftserwartungen in den vergangenen Wochen vor allem als Folge der zunehmenden Konflikte im Welthandel einen leichten Dämpfer erhalten haben. 40 % aller Betreiber von thermischen Abfallverwertungsanlagen rechnen in den kommenden 12 Monaten mit weiter steigenden Annahmegebühren.

Eine hohe Unsicherheit besteht bei der Frage, wie sich die Verbote von Importen für einige Abfallströme in Asien auf die Kapazitäten der europäische WtE-Anlagen auswirken. Anfang 2018 hat China die Einfuhr von einigen Abfällen, unter anderem aus Plastik und Papier, verboten bzw. durch strengere Qualitätsanforderungen erschwert.

Während knapp ein Drittel der Befragten die derzeit starke Nachfrage nach WtE-Kapazitäten auch auf die Importrestriktionen zurückführt, meint fast die gleiche Anzahl der Befragten, die Importbeschränkungen aus China haben keine Auswirkungen. Mit 40 % ist der Anteil der Anlagenbetreiber, die sich derzeit keine Einschätzung zutrauen, sehr hoch.

Tatsächlich scheinen die von den Importrestriktionen betroffenen Abfälle nur teilweise in europäische WtE-Anlagen zu gelangen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Abfälle nicht vermehrt deponiert werden. Dabei ist es nicht hilfreich, dass die neue EU-Deponierichtlinie für Mitgliedstaaten, die noch sehr viel deponieren (60 % und mehr, basierend auf 2013) eine Fristverlängerung um fünf Jahre, das heißt bis 2040, vorsieht, bevor diese Länder die Deckelung von maximal 10 % Deponierung von Siedlungsabfall einhalten müssen.

Allerdings sind die neuen Restriktionen aus China (andere asiatische Länder scheinen zu folgen), auch als Chance für die europäische Abfallwirtschaft zu sehen, Abfälle als Ressource in Europa zu nutzen. Insbesondere sollte dies Anreize geben, in Europa verstärkt qualitativ hochwertiges Recycling aufzubauen.

Mit der Frage nach der Entwicklung des Wärmegeschäfts thematisiert die Umfrage 2018 ein weiteres Kernthema der WtE-Branche. Sehr positiv ist hier eine Steigerung der Wärmegewinnung zu verzeichnen. Über 80 % der thermischen Verwertungsanlagen, für die geantwortet wurde, verkaufen bereits heute Abwärme aus der thermischen Abfallverwertung.

Die übrigen Anlagen produzieren ausschließlich Strom (vor allem in Südeuropa). Über 70 % aller Anlagen nutzen die ausgekoppelte Wärme für Fernwärme, etwa 35 % der Anlagen liefern Nahwärme an benachbarte industrielle Abnehmer. Rund ein Viertel aller Anlagen bedient beide Arten des Wärmegeschäfts. Sehr positiv ist zu bewerten, dass über ein Drittel der befragten Betreiber vorsieht, das Geschäft mit der Fernwärme in Zukunft noch ausdehnen zu wollen.

Industrie schafft Trendwende

Eine deutliche Veränderung zum Vorjahr gibt es bei der WtE-Industrie. Diese beurteilt vor allem ihre aktuelle Geschäftslage deutlich besser als noch vor einem Jahr. Fast die Hälfte der Technologieanbieter, Ingenieure und Zulieferer bezeichnet ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut – im Vorjahr waren es weniger als ein Drittel. Mit über 30 Punkten wird die Geschäftslage so positiv wie nie zuvor seit Beginn der jährlichen Befragung in 2012 beschrieben.

Ein Grund für die positive Stimmung der WtE-Industrie in Europa liegt in dem inzwischen vergleichsweise alten Anlagenbestand, vor allem in Mitteleuropa. Seit dem Inkrafttreten der 1. Stufe der EU-Deponierichtlinie sind in Ländern wie Deutschland oder den Niederlanden mittlerweile 13 Jahre vergangen. Viele der Anlagen, die im Vorfeld dieser neuen Gesetzeslage errichtet wurden, erreichen sogar schon ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Dementsprechend erwarten über 90 % der Industrieunternehmen eine generell steigende Anzahl von Modernisierungsmaßnahmen im europäischen WtE-Markt.

Zum Herunterladen

Branchenbarometer WtE 2018 German

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