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Jung: „Kriminelle Schummelsoftware zur Fälschung von LKW-Lenkzeiten ist eine große Gefahr für Deutschland“

FDP-Bundestagsabgeordneter Christian Jung ist entsetzt über Schätzungen, dass mindestens 25 Prozent der in der Bundesrepublik verkehrenden LKW mit einer manuell ein- und ausschaltbaren Software zur Manipulierung von Tachographen ausgerüstet sind.

Christian Jung ist Berichterstatter der Fraktion der Freien Demokraten für Güterverkehr und Logistik.Er erklärte dazu am 12. Oktober 2018 in Berlin:

„Bei einem Besuch des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) und einer mehrstündigen LKW-Kontrolle vor kurzem zwischen Freiburg und Basel (Autobahn A5) wurde mir von Kontrolleuren des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) folgendes mitgeteilt: Nach ihren Schätzungen sind in Deutschland mindestens 25 Prozent der verkehrenden und in diesem Fall in der Regel in Osteuropa zugelassenen LKW mit einer manuell ein- und ausschaltbarer Software zur Manipulierung von Tachographen ausgerüstet.

Mir wurde sogar ein Schummelsoftware-Gerät gezeigt, dass ein Techniker des BAG nach 24 Stunden Arbeitszeit aus einem verdächtigen LKW hinter einer verbauten Mikrowelle gefunden und mühsam ausgebaut hatte. Nach verschiedenen Recherchen in der Logistikbranche wurden mir die Schätzungen ausdrücklich bestätigt. Die Frage stellt sich nun, warum die Bundesregierung und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur von der Schummelsoftware sowie der besorgniserregenden Schätzung nichts weiß und dazu in der Regierungsbefragung des Deutschen Bundestages am 10. Oktober 2018 ebenso keine Auskunft geben konnten.

Täglich gibt es in Deutschland schwere Unfälle mit beteiligten LKW, wobei leider zu oft Todesfälle zu beklagen sind. Bei vielen schweren Unfällen auf Autobahnen wie dem Auffahren auf Stauende gehen die Ermittlungsbehörden immer davon aus, dass ein wesentlicher Faktor dafür fehlende Aufmerksamkeit war. Dies könnte auch daran liegen, dass Lenkzeiten durch die Schummelsoftware in einem bisher in der Öffentlichkeit nicht bekanntem Maße überschritten werden. Ich sehe deshalb akuten Handlungsbedarf und fordere eine Untersuchung. Denn wir haben es hier mit einer technologisch auf höchstem Niveau operierenden Form von organisierter Kriminalität zu tun, da es vor allem in Osteuropa spezialisierte Werkstätten und Software-Labors geben muss. Auch deshalb wird eine sehr starke Kontrolle von osteuropäischen LKW und den Fahrern, die permanten Begutachtung von Beladungsstandards und der bundesweite Bau von neuen Kontrollplätzen mit LKW-Waagen für verschiedene Ermittlungsbehörden wie das BAG, den Zoll und die Bundespolizei unausweichlich sein.“

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