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Tomra: Chinas National Sword-Initiative ist Chance für Innovationen

Die National Sword-Initiative hat zwar erhebliche Beschränkungen für Abfall- und Metallimporte nach China zur Folge, bietet jedoch auch kommerzielle Möglichkeiten in anderen Märkten. In einem Artikel von TOMRA Sorting Recycling erklärt das Unternehmen, wie internationale Abfallverwertungsunternehmen diese Veränderungen nutzen und damit Geld verdienen können.

In den letzten Jahrzehnten haben sich für Abfall- und Metallwirtschaft verantwortliche Manager rund um den Globus bei Einfuhr und Verarbeitung von Unmengen von Kunststoff-, Papier-, Metall- und anderen wiederverwertbaren Abfällen in zunehmendem Maß auf China verlassen.

Daher ist das im Februar 2018 in Kraft getretene National Sword-Programm, wonach 24 Abfallarten mit einem Importverbot belegt sind und für andere Abfallarten strengere Standards für den Verschmutzungsgrad gelten, aus Sicht von Vielen eine „Katastrophe“ mit „verheerenden Folgen“ für die globale Recyclingwirtschaft.

Dennoch bietet das chinesische Importverbot auch zwei wesentliche Vorteile und Chancen für clevere Unternehmen. Erstens können Exporteure, die mithilfe sensorgestützter Sortiertechnologie den niedrigsten Verschmutzungs- und höchsten Reinheitsgrad gewährleisten können, den Handel von zulässigen Produkten mit China fortsetzen und sich so echte Wettbewerbsvorteile verschaffen. Zudem können sie höhere Umsatzerlöse mit Kunden erzielen, die großen Wert auf sauberere Produkte legen.

Zweitens wirken die strengeren chinesischen Auflagen für die Abfallverwertung als Katalysator für Regierungen und Recyclingindustrie anderer Länder, um alternative Lieferketten zu erschließen. Diese zusätzlichen Investitionen bieten weltweit Geschäftschancen für inländische Sortier- und Recyclingunternehmen von Haushaltsabfällen.

In diesem Artikel erläutert Tomra, was die National Sword-Initiative in China ist, wie sie als Katalysator für Veränderungen in der globalen Abfallwirtschaft wirkt und wie sich Unternehmen dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

Was ist die National Sword-Initiative in China?

Ganz einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um die neuesten und strengsten Vorschriften Chinas für den Import von Feststoffabfällen, die als Rohstoffe wiederverwertet werden dürfen. Demnach ist die Einfuhr verschiedener Kunststoff-, Papier- und Feststoffabfälle einschließlich Kunststoffen wie PET, PE, PVC und PS untersagt. Außerdem legt sie strengere Standards für den in einer Lieferung zulässigen Verschmutzungsgrenzwert in Kunststoffabfällen, Zorba und anderen Metallen fest. Der Reinheitsgrad wurde von 90–95 Prozent auf 99,5 Prozent erhöht.

In Anlehnung an die Operation „Grüner Zaun“, in deren Rahmen die chinesischen Zollbehörden 2013 hart durchgriffen, soll die aktuelle Initiative die Luftqualität in China verbessern, die Luftverunreinigung durch „schmutzige oder sogar gefährliche Abfälle“ verringern und den illegalen Müllschmuggel verhindern. Laut eigener Aussage wollen chinesische Staatsbedienstete diese neuen Vorschriften durch das Durchleuchten von Containern mit Röntgensystemen und das Öffnen von Containern durchsetzen, die nicht durchleuchtet werden können.

Da China 55 Prozent der weltweiten Papierabfälle verarbeitet und das führende Ziel für andere recyclingfähige Materialien ist, haben die Einschränkungen bereits starke Auswirkungen auf die globale Abfallwirtschaft. Laut Angaben des chinesischen Ministeriums für Umweltschutz und der China Scrap Plastics Association ist der Import von Kunststoffabfällen bereits drastisch gesunken – von 3,5 Mio. metrischen Tonnen im Jahr 2017 auf nur 21.300 metrische Tonnen im bisherigen Jahresverlauf.

Eine echte Chance dank der National Sword-Initiative

Da China die zulässigen Grenzwerte für Verunreinigungen in den Importen von Abfallmaterialien von 5–10 Prozent auf 0,5 Prozent senkt, sind Exporteure mit dem niedrigsten Verschmutzungs- und höchsten Reinheitsgrad sehr stark gefragt.

Die effektivste Methode zur Einhaltung dieser Grenzwerte bietet hochmoderne sensorgestützte Sortiertechnologie, die Unternehmen bei der Optimierung von Nachhaltigkeit und betrieblicher Wertschöpfung unterstützt. Die innovativsten Systeme arbeiten mit Ultrahochfrequenz und gewährleisten so die präzise Identifikation von Materialien bis zur genauen Erkennung auch kleinster Partikel.

Abfallsortieranlagen, die mit Laser- und NIR-Technologie (Near-Infrared; Nah-Infrarot) ausgestattet sind, können mehrere Materialeigenschaften wie Farbe, Zusammensetzung, Größe und Dichte analysieren, wobei nicht brauchbare Materialien mit Druckluftpistolen aus dem Prozess ausgestoßen werden.

Neben der Entfernung von verschmutztem Material gibt die hochwirksame Sortiertechnologie Unternehmen auch die Möglichkeit, wertvolles Metall und Kunststoff aus nicht recyclingfähigen Abfällen wiederzuverwerten und so die Produktausbeute zu maximieren.

Technische Innovationen sorgen für ständige Effizienzverbesserungen. Dabei trägt die neueste LOD-Technologie (Laser Object Detection; Laserobjekterfassung) von TOMRA zur Steigerung der Ausbeute beim Recycling von schwarzen Kunststoff-, Glas- und anderen Abfällen bei. Als zusätzliche Schlüsseloption erhöht die LOD-Technologie die Sortierfähigkeit bestehender Recyclinganlagen und erkennt Objekte wie schwarze Kunststoffe (PP, PE, PET), Glas und Abfallstoffe, die nicht mit NIR-Sensoren erfasst werden können. Außerdem ist sie Garant für Spitzenleistung, wesentliche geringere Ausfallzeiten und höhere Ausbeute bei Papier-, Zurik- und Zorba-Produkten.

Während manche Unternehmen in den Vorschriften die Gefahr einer Marktzerrüttung sehen, begreifen sie andere vernünftigerweise als Chance zur Optimierung ihrer Sortierprozesse, zur Präsentation als vertrauenswürdiger Lieferant in den Geschäftsbeziehungen zu China und zur Erhöhung ihres Marktanteils.

National Sword-Initiative in China als Katalysator für Veränderungen

Die chinesischen Abfallvorschriften haben auch eine positive Auswirkung, weil sie die inländischen Recyclingkapazitäten in vielen Ländern weltweit wieder erstarken lassen. Dadurch haben inländische Sortier- und Recyclingunternehmen wiederum die Möglichkeit, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, da viele Sammler und Makler von Abfällen einen Großteil ihrer nachgelagerten Lieferkette ersetzen möchten.

Beliebte Ziele für Abfallstoffe wie Länder in Südostasien, Süd- und Mittelamerika stellen bereits eine steigende Nachfrage verzweifelter Exporteure, die Unternehmen in Europa darstellen, fest.

Als Reaktion auf das chinesische National Sword-Programm hat die Regierung des australischen Bundesstaates New South Wales 66,9 Mio. AU$ (41,84 Mio. €) in ein Support-Paket investiert, um die inländische Sortierung, Verarbeitung und Wiederverwertung von Abfallmaterialien zu verbessern. Bei der Bekanntgabe diese Pakets erklärte sie, dass die Industrie zwar unter großem Druck stehe, nach alternativen Märkten für recycelte Materialien Ausschau halten zu müssen, diese Situation aber auch eine Gelegenheit sei, die lokalen Märkte und die Recyclingindustrie von NSW zu stärken.

Ähnlich äußerten sich auch viele Teilnehmer einer Veranstaltung des Institute of Scrap Recycling Industries in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Ihrer Meinung nach würden die Marktbedingungen geradezu eine Aufrüstung ihrer Anlagen verlangen, um mit den enormen Mengen an Metallschrott in Nordamerika fertig zu werden.

In Europa stellten viele Sammler und Makler von wiedergewonnenen Kunststoffen und anderen Abfallstoffen fest, dass Importe nach China bis Ende 2017 nahezu zum Erliegen gekommen waren. Stattdessen suchen Abfallmanager nach Recyclingmöglichkeiten in Europa und kooperieren auch mit Einkäufern in Malaysia, Vietnam und Thailand.

Anführung der Ressourcenrevolution

Investitionen führen zu Innovation. Obwohl die chinesische National Sword-Kampagne eine unmittelbare Herausforderung für die globale Abfallbewirtschaftungs- und Recyclingbranche darstellt, sind die Zukunftsaussichten rosig.

Denn die Veränderungen werden zur Entwicklung und Einführung neuer, bahnbrechender Technologien führen, die weiter dafür sorgen, dass weniger Abfälle auf Mülldeponien landen, weniger Primärrohstoffe abgebaut werden und die Umweltverschmutzung verringert wird.

Kurzum sind diese Veränderungen eine Chance für die weltweite Metall- und Abfallbewirtschaftungsbranche. Durch die Investition in sensorgestützte Recycling- und Sortierlösungen können Unternehmen den Reinheitsgrad erhöhen, Verunreinigungen verringern und aktiv zur Ressourcenrevolution beitragen.

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Von Tom Eng, Senior Vice President und Leiter von TOMRA Sorting Recycling

Quelle: www.tomra.com

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