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Malta setzt auf bessere Mülltrennung und Modernisierung der Entsorgungswirtschaft

150 Millionen Euro für neue Verbrennungsanlage / Von Robert Scheid

Valletta (GTAI) - Die maltesische Regierung will die Entsorgungswirtschaft modernisieren.

Bei der Mülltrennung und Entsorgung hinkt Malta den europäischen Standards hinterher. Der geplante Bau einer neuen Verbrennungsanlage im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft sowie Investitionen in die Wasseraufbereitung sind besonders aussichtsreich für deutsche Unternehmen. Malta steht deutscher Umwelttechnik offen gegenüber.

Die maltesische Regierung hat Anfang März 2018 angekündigt, die bisher unterentwickelte Entsorgungswirtschaft des Landes modernisieren zu wollen. Bis 2023 soll für 150 Millionen Euro eine neue Müllverbrennungsanlage gebaut werden. Zudem soll sich die Mülltrennungsquote deutlich erhöhen. Dafür wird ein Pfandsystem für Plastikflaschen eingeführt. Neue Investitionen in Wasseraufbereitungstechnik sind ebenfalls geplant. Zudem sind Strafen für Unternehmen und Haushalte vorgesehen, wenn sie ihren Müll nicht trennen.

Malta gehört beim Thema Recycling und Entsorgung zu den Schlusslichtern Europas. Aktuell landen gut 87 Prozent der Abfälle auf Deponien und lediglich 8 Prozent werden wiederverwertet. Zudem liegt das Müllaufkommen mit 647 Kilogramm pro Person deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 420 Kilogramm pro Kopf.

Mit Blick auf die steigenden Einwohner- und Touristenzahlen sowie das erhöhte Wirtschaftswachstum Maltas wird das Problem immer dringender. Druck von der Europäischen Union hat bisher wenig bewegt. Pilotprojekte zur Trennung der Bioabfälle sowie die Einführung von "grauen Säcken" im Jahr 2010 für separierten Müll haben in den letzten Jahren nur zu einer leichten Steigerung der Mülltrennungsquote geführt.

Doch eine neue Regierungsstudie kam nun zu dem Ergebnis, dass die Mülldeponie in Ghallis bis 2019 ihre Kapazitätsgrenze erreichen wird. Als Zwischenlösung bis zur Fertigstellung der neuen Verbrennungsanlage wird zwischen 2019 und 2023 eine Deponie für gefährliche Abfälle genutzt.

Die geplante Anlage wird voraussichtlich 114.000 Tonnen Müll pro Jahr verbrennen können. Dies entspricht ungefähr der Hälfte des gegenwärtig deponierten Abfalls. Zudem wird durch die Verbrennung bis zu 69.000 Megawattstunden Strom erzeugt, hauptsächlich um die Anlage mit Energie zu versorgen. Abhängig von der Qualität des verbrannten Mülls könnte ein Energieüberschuss entstehen, der in das Stromnetz eingespeist würde.

Eine Herausforderung für Malta ist die Entsorgung von Klärschlamm. Die Trocknung des Klärschlamms wird viel Energie der Anlage in Anspruch nehmen, bevor er verbrannt werden kann.

Die Rahmenbedingungen für die Modernisierung der Müllentsorgung sind im Waste Management Plan 2014-2020 des Umweltministeriums dargelegt.

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse
Deutsche Botschaft Valletta http://www.valletta.diplo.de
Wasteserv Malta Ltd. http://www.wasteservmalta.com
Environment & Resources Authority https://era.org.mt
Green MT Waste Management Services http://www.greenmt.org
Waste Management Plan 2014-2020 des Umweltministeriums http://www.gtai.de/ext/malta-abfallplan

(R.J.S.)

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von der Germany Trade and Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH

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