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Bildquelle: FEVE

Ardagh soll Schmelzofen der Zukunft in Oberkirch bauen

Das Projekt "Furnace for the Future" (F4F) der Europäischen Behälterglasindustrie wurde für Stufe 2 des EU-Innovationsfonds ausgewählt. Die Ardagh Group erhielt den Zuschlag für den Bau des „Schmelzofens der Zukunft“, der einen höheren Recyclingglasanteil zulassen soll als bisher existierende elektrische Schmelzverfahren.

Das F4F-Projekt ist eine bahnbrechende Technologie, die es der Industrie ermöglicht, auf erneuerbaren Strom umzusteigen und die CO2-Emissionen im Schmelzofen um bis zu 60 % zu senken (50 % für die gesamte Fabrik). Die Behälterglasproduktion verwendet derzeit einen Mix aus etwa 80 % Gas und 20 % Strom.  Durch die Umstellung auf einen Mix aus etwa 20 % Gas und 80 % erneuerbarem Strom wird der CO2-Fußabdruck von Glasverpackungen drastisch reduziert.

Elektrisches Schmelzen existiert bereits, ist aber auf kleine Öfen für Klarglas mit begrenztem Anteil an recyceltem Glas beschränkt. Das F4F-Projekt wird das elektrische Schmelzen in einem groß angelegten, industriellen Hybrid-Oxyfuel-Ofen ermöglichen, der mit 80 % erneuerbarem Strom betrieben wird, für alle Glasfarben und mit einem hohen Anteil an recyceltem Glas.

Das F4F-Projekt wird technisch und finanziell von 19 Behälterglasunternehmen unterstützt, die eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet haben und die zusammen über 90 % der Produktion in Europa repräsentieren.

Die Ardagh Group wurde ausgewählt, den Ofen an ihrem Standort in Obernkirchen in Deutschland zu bauen und wird den Antrag als Nutznießer stellen, stark unterstützt durch das industrieweite Konsortium. Jeder der Industriepartner wird das Projekt mitfinanzieren und hat im Gegenzug Zugang zu der Technologie und dem Know-how. Die Zusammenarbeit als Branche hat viele Vorteile für die spätere Verbreitung und Skalierbarkeit der Technologie.

FEVE-Präsident Michel Giannuzzi kommentierte den "Furnace for the Future“ als wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft für Glasverpackungen. „Mit diesem Projekt gehen wir auf die Prioritäten unserer Kunden ein und stärken unsere Beziehung zu ihnen", erklärte Giannuzzi.

"Wir sind fest entschlossen, den Übergang unserer Industrie zu einer ressourceneffizienten und kohlenstoffarmen Wirtschaft zu schaffen", erklärte Adeline Farrelly, FEVE-Generalsekretärin. "Wir begrüßen die Unterstützung von öffentlichen Institutionen und unseren Partnern, die uns helfen werden, diesen Übergang zu realisieren."

Das F4F-Projekt (Ofen für die Zukunft) wurde aus 311 Projekten für die Stufe 2 des EU-Innovationsfonds ausgewählt. Bei dem EU-Innovationsfonds handelt es sich um eines der weltweit größten Förderprogramme zur Demonstration innovativer kohlenstoffarmer Technologien.

Quelle und weitere Informationen: https://feve.org/f4f-to-stage-2-eu-if/