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Feierliche Inbetriebnahme des Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim. V.l.n.r. Werksleiter Herr Heiko Rapp, Inhaber Herr Otto P. Graf, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW Herr Franz Untersteller, Leiter Rohstoffeinkauf Herr Jörg Drägert. Fotoquelle „Otto Graf GmbH“

GRAF spart 100.000 t CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen ein

Die Otto Graf GmbH, Teningen, hat im Beisein des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller und des Bürgermeisters der Stadt Herbolzheim, Thomas Gedemer, mit zahlreichen Gästen das GRAF Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim eingeweiht.

Das Familienunternehmen hat in den Standort rund 35 Mio. Euro investiert und seit dem Anlauf des Testbetriebs rund 40 Arbeitsplätze geschaffen. Durch die Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoff werden pro Jahr 100.000 t CO2-Emissionen gegenüber der Verwendung von neuen Rohstoffen eingespart.

„Das Kompetenzzentrum Rohstoffe ist ein wesentlicher Baustein unserer Strategie zur ressourcenschonenden Produktion von Umweltprodukten. Der Standort in Herbolzheim ist Nachhaltigkeit pur: Wir schaffen in der Nähe zu unseren bestehenden Produktionsstandorten Arbeitsplätze, minimieren dadurch die Emissionen beim Transport, produzieren aus recycelten Kunststoffen Umweltprodukte und setzen mit diesen Produkten Regenwasser als Prozesswasser und Kühlmittel bei der Aufbereitung unserer Rohstoffe ein.“, sagte Otto P. Graf, Inhaber und Geschäftsführer der GRAF Gruppe bei der Einweihung.

Umweltminister Franz Untersteller betonte in seiner Rede das nachhaltige Investment und Engagement des Familienunternehmens: „In einer Zeit, in der andere Hersteller noch überlegen, Rezyklate einzusetzen, ist GRAF schon einen großen Schritt weiter. Das Unternehmen nimmt damit eine Vorbildfunktion ein und leistet mit seinem Kompetenzzentrum Rohstoffe einen wichtigen Beitrag zur Schonung der begrenzten natürlichen Ressourcen.“ Auch Thomas Gedemer, Bürgermeister von Herbolzheim, freute sich über die Ansiedlung des zukunftsorientierten Kompetenzzentrums im Gewerbegebiet: „Mit dem neuen Werk der GRAF Gruppe  haben wir nicht nur ein beeindruckendes Kompetenzzentrum, sondern auch ein Innovationszentrum, von dem aus in die ganze Welt Technologie exportiert wird, die wegweisend ist für die Zukunft. Dazu gratuliere ich sehr herzlich.“

Der Standort verfolgt mehrfach den Nachhaltigkeitsgedanken: Das Recyclingmaterial aus Kunststoff, zumeist Verpackungen, wird in einem von GRAF entwickelten Prozess zu einem hochwertigen Regranulat für langlebige GRAF Umweltprodukte aufbereitet. Die Rohstoffe werden überwiegend an den nahen Standorten Teningen und Dachstein im Elsass verwendet. GRAF ist Marktführer im Bereich Regenwassernutzung. Die Produktpalette erstreckt sich über zahlreiche Anwendungen rund um die Wasserbewirtschaftung. GRAF gewährt bis zu 30 Jahre Garantie auf seine Produktpalette, die zudem zu 100 % recycelbar ist.

Regranulat entspricht Qualität von Primärkunststoff

Gegenwärtig wird bei der Herstellung von GRAF Produkten bereits 70 % Regranulat verarbeitet. Mittelfristig soll der Anteil auf etwa 85 % gesteigert werden. Durch eine inzwischen über 30 Jahre andauernde intensive Praxis hat sich GRAF nach eigenen Angaben eine herausragende Expertise in diesem Bereich erarbeitet.

Das Kompetenzzentrum verknüpft erstmalig mehrere Prozessschritte mit neuen Anlagentechnologien zu einer gesamtheitlichen Prozesskette. Die zukunftsweisende Technologie mache das Werk weltweit einzigartig, so das Unternehmen.

Mit der eigenen Aufbereitung von Rohstoffen sichert sich das Unternehmen eine konstant hohe Qualität auf dem Niveau neuer Rohstoffe und macht sich unabhängiger vom Rohstoffmarkt. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit weltweit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 120 Mio. Euro erwirtschaftet. 390 Mitarbeiter sind in der Region Südbaden beschäftigt, weitere 100 im Elsass.

GRAF überzeugte mit seinen innovativen Ideen auch das Bundesumweltministerium. Das Ministerium förderte das Projekt im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms, welches den Einsatz neuartiger Technologien sowie die Errichtung von Produktionsanlagen mit Vorbildcharakter zum Ziel hat.

Nachhaltigkeit über das Produkt hinaus

Auf dem 6,3 ha großen Grundstück im Gewerbegebiet an der Autobahn entstand ein Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 23.000 m2 und zwölf je 30 Meter hohe Rohstoffsilos. GRAF hat am Standort alle gegenwärtigen Möglichkeiten genutzt, um Regenwasser zu sammeln, zu nutzen, zu versickern und die Flächen nicht zu versiegeln. So speichert ein GRAF Tank 52.000 l Regenwasser für betriebliche Prozesse. Dieses wird als Prozess- und Kühlwasser, zur Wäsche der Arbeitsbekleidung und zur Toilettenspülung genutzt. Zudem wird in vier GRAF Löschwasserbehältern 188.000 l Regenwasser als Löschwasser bevorratet.

Das Niederschlagswasser, das nicht genutzt wird, wird einer offenen Versickerungsmulde zugeführt. Um möglichst wenig Flächen zu versiegeln, wurden über 17.000 m² Fläche als Schotterflächen oder beispielsweise aus Ökopflaster ausgeführt. Damit können die anfallenden Niederschläge direkt vor Ort versickern und belasten nicht die örtliche Kanalisation.

Neben den energieeffizienten Produktionsanlagen wurde insgesamt großer Wert auf einen möglichst geringen Primärenergiebedarf des Werks gelegt. So wird beispielsweise das komplette Gebäude mit der Abwärme der Produktionsanlagen beheizt. Die Beleuchtung besteht ausnahmslos aus LED-Leuchten.

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