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Europäische Union einigt sich auf Einwegplastik-Richtlinie

Nach zwölfstündigen Verhandlungen einigten sich Mittwochfrüh EU-Kommission, EU-Parlament und die österreichische Ratspräsidentschaft in Trilog-Verhandlungen auf eine Einwegplastik-Richtlinie.

00 eric rehbock354A0504 kopieDer bvse begrüßt die EU-Einigung, auch wenn diese nicht alle Erwartungen erfüllen kann. "Wir hätten uns in diesem Zusammenhang ein starkes Signal gegen die Deponierung von Kunststoffabfällen in Europa gewünscht", erklärte Eric Rehbock.

Es sei jedoch gut, dass in der neuen Strategie auch der Markt für Recyclingprodukte in den Vordergrund gerückt wurde. Insofern ist die Einführung verbindlicher Vorschriften für den Mindestgehalt an Kunststoffrecyclaten für PET-Einwegflaschen, so der bvse, durchaus hilfreich, auch wenn dieser Wert (25 Prozent bis 2025) in Deutschland schon erreicht wird. "Wir gehen auch davon aus, dass der Recyclatanteil von 30 Prozent bis 2030 in Deutschland nicht nur erreicht, sondern auch deutlich übertroffen wird", betont bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Als einen bedeutenden Meilenstein bezeichnete Emmanuel Katrakis, Generalsekretär des Verbandes der Europäischen Recyclingindustrie (EuRIC), das Ergebnis der Trilogverfahren. Für die Eindämmung der Abfälle im Meer und die Förderung der Kreislaufführung von Kunststoffflaschen sei es von entscheidender Bedeutung.

"Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass die europäische Gesetzgebung verbindliche Ziele setzt, um die Nachfrage nach recycelten Materialien zu erhöhen. Eine solche Maßnahme wird ein starkes Marktsignal aussenden, das die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen lenken und ihre erheblichen Umweltvorteile in Form von CO2- und Energieeinsparungen belohnen wird. Bisher fanden diese Umweltvorteile in den Marktpreisen keine Berücksichtigung", fügte Katrakis hinzu.

Die EU wird auch bestimmte Kunststoffartikel verbieten. Durch das Verbot sollen die Massen von Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren eingedämmt werden. Insgesamt geht man davon aus, dass der Anteil des Plastikmülls 80-85 Prozent des „maritime littering“ beträgt. 50 Prozent des Plastikmülls an europäischen Stränden besteht aus „Einwegplastik“ (davon entfallen wieder 86 Prozent auf die zehn häufigsten Produktgruppen).

Verboten werden ab 2021 Produkte, für die es bereits nachhaltigere Alternativen zu Plastik gibt, dazu zählen Wattestäbchen, Teller, Besteck, Strohhalme und Luftballonstäbe. Außerdem soll der Verbrauch von Produkten, für die es eine solche Alternative noch nicht gibt, spürbar reduziert werden. Dazu gehören Plastikbecher und Lebensmittelverpackungen.

Getränkebehälter dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn die Verschlüsse und Deckel am Behälter befestigt sind. Diese Regelung gilt fünf Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie. Bestimmte Produkte mit einem gewissen Kunststoffgehalt zum einmaligen Gebrauch sollen gekennzeichnet und es muss auf negative Umweltauswirkungen hingewiesen werden. Davon betroffen sind Hygieneeinlagen, Trinkbecher und Feuchttücher.

Außerdem sollen Hersteller von Kunststoffprodukten in Zukunft einen Beitrag zu den Kosten für die Sammlung und das Verwerten ihrer Produkte leisten. Ein weiterer Punkt der Einigung sind die Sammelquoten: Für Einwegflaschen ist bis 2025 eine Sammelquote von 77 Prozent und bis 2029 von 90 Prozent vorgesehen.

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