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Getränkekartonhersteller bauen Recyclinganlage

Seit mehr als 25 Jahren nutzen Papierfabriken die Papierfasern des Getränkekartons, um daraus neue Verpackungspapiere herzustellen. Genauso lang laufen die Bemühungen, für die anfallenden Folienreste stoffliche Verwertungswege zu etablieren.

00 Rejekt Seite 2Auch Rejekte sollen künftig recycelt werdenIn Deutschland fand sich zuletzt kein Unternehmen, das eine stoffliche Verwertung der Folienreste (Rejekte) durchgeführt hätte. Bis 2017 hat daher die chinesische Firma Luhai einen großen Teil der angefallenen Rejekte abgenommen und diese unter anderem zu Schaumstoffmatten, Sohlen für Sportschuhe oder Fassadenverkleidungen verarbeitet. Seitdem China praktisch keine Abfälle zur Verwertung mehr ins Land lässt, geht nun alles in die energetische Verwertung.  
 
Deshalb haben die Hersteller von Getränkekartons das Problem nun selbst in die Hand genommen. Sie haben sehr schnell entschieden, in den Bau einer eigenen Verwertungsanlage zu investieren. Dazu wurde die Palurec GmbH als 100%ige Tochter des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN) gegründet.
 
Mit der neuen Anlage, die in Köln-Knapsack errichtet werden soll, können in der ersten Ausbaustufe jährlich rund 18.000 Tonnen verarbeitet werden. Die zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe - vor allem LDPE, HDPE und Aluminium - können für die unterschiedlichsten Anwendungen genutzt werden. Derzeit läuft jedoch noch das Genehmigungsverfahren. In 2019 soll nach den derzeitigen Planungen das Recycling aufgenommen werden können.
 
Ein durchaus anspruchsvolles Unterfangen, denn das sogenannten „Rejekt“, das bei den Papierfabriken nach dem Ablösen der Fasern übrig bleibt, enthält nicht nur saubere Polyethylen/Aluminium-Folien und Verschlüsse, mit denen die Kartons ausgestattet sind. Es finden sich darin auch Stör- und Fremdstoffe aller Art.
 
"Problematisch sind vor allem Dinge, die in den gelben Säcken und Tonnen nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel Textilien oder Holz. Bei der automatischen Sortierung können solche Materialien nicht vollständig abgetrennt werden", wie Palurec-Geschäftsführer Michael Brandl erläutert.
 
Palurec verzichtet deshalb ganz bewusst auf komplizierte, störanfällige Prozesse. "Wir setzen auf marktgängige Anlagenkomponenten, die das Materialgemisch mechanisch/physikalisch trennen. Obwohl wir moderne und bewährte Technik einsetzen werden, sind wir aber darauf angewiesen, dass der Verbraucher besser informiert ist und den richtigen Abfall in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gibt. Deshalb ist es wichtig, dass in Zukunft mehr in die Aufklärung der Verbraucher investiert wird."

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