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Unternehmensinhaber Stephan Eing (re.) zeigt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (li.) das Werksgelände Foto: EING

Svenja Schulze bei EING KUNSTSTOFFVERWERTUNG: Es ist nicht egal, was im gelben Sack landet!

Mit professionellem Know-how und hochentwickelter Technik sind EING und andere deutsche Kunststoffrecyclingunternehmen heute in der Lage, aus Kunststoffabfällen hochwertige Recyclate für fast alle Einsatzbereiche herzustellen.

Leider fehlt es sowohl in den Köpfen der Industrie als auch im öffentlichen Beschaffungswesen immer noch an Akzeptanz und Wertschätzung für diese wertvollen Sekundärmaterialien.Auch Verbraucher müssen noch intensiver über die Bedeutung konsequenter und sauberer Abfalltrennung aufgeklärt werden, damit wertvolle Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf erhalten bleiben, lautete das Fazit von Bundesumweltministerin Svenja Schulze beim Besuch des Gescher Kunststoffverwertungsunternehmen EING.

Auf dem Unternehmensgelände der seit über 25 Jahren tätigen HUBERT EING KUNSTSTOFFVERWERTUNG GMBH ergriff Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf ihrer Sommerreise die Gelegenheit, sich vor Ort über die werkstoffliche Aufbereitung von Kunststoffen aus den Leichtverpackungen des gelben Sacks/Tonne und Kunststoffabfällen aus dem Gewerbe zu informieren. Bei dem Besichtigungsrundgang interessierte sich die Ministerin insbesondere für die von Geschäftsführer und Firmeninhaber Stephan Eing dargestellten Herausforderungen und Probleme bei der Aufbereitung und späteren Vermarktung der durch das Recycling gewonnenen Kunststoff-Recyclate.

Über die Hälfte der verbrauchten Kunststoffe finden sich im Verpackungsbereich. Umso wichtiger sei es, gerade in diesem Sektor in Kreisläufen zu denken, betonte die Ministerin. Lösungsansätze zu einer Erhöhung des Recyclinganteils aus Sammelgemischen, die im Zusammenspiel mit den beteiligten Protagonisten – Herstellern, Handel, Verbrauchern, öffentlicher Hand und der Recyclingbranche – erreicht werden könnten, standen daher auch im weiteren Diskurs zwischen dem Gast aus dem Bundesumweltministerium und dem Recyclingexperten Stephan Eing.

07 30 EING Schulze 1Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Firmenchef Stephan Eing  Foto: EingGezielte Verbraucherkampagnen zu konsequenter und sauberer Abfalltrennung

Einen ersten Ansatzpunkt sieht die Umweltministerin in einer besseren Information der Verbraucher: „Intensive Aufklärungskampagnen für den Bürger sind vonnöten“ erklärte Svenja Schulze, denn in dem Besuchstermin erlebte die Ministerin praxisnah, dass es keineswegs egal ist, was im Gelben Sack/Tonne landet.

„Unbeabsichtigte Fehlwürfe oder gar der bewusste Einwurf von Restabfällen in die gelbe Tonne/Sack, um hohen kommunalen Gebühren für die Restmüllabfuhr zu entgehen, beeinflussen die Qualität der späteren Recyclate und damit auch deren Absatz- und Einsatzmöglichkeiten erheblich“, erklärte Eing. Je konsequenter und sauberer Kunststoffabfälle getrennt würden, desto effektiver seien auch die Wiederaufbereitung und das Qualitätsergebnis des Recyclingmaterials. Es sollte über Regelungen nachgedacht werden, die es den Aufbereitern ermöglichen, Sammelmengen zurückzuweisen, die eben nicht konsequent und sauber getrennt sind. Zudem müssten kommunale Gebührenkonstrukte, die bewusste Fehlwürfe begünstigen und damit Recycling verhindern, neu diskutiert und korrigiert werden.

Recyclinggerechtes Design muss sich endlich durchsetzen

Auf Hersteller- und Handelsseite muss sich der im Verpackungsgesetz verankerte „Design-for-Recycling“-Gedanke endlich durchsetzen. Kunststoffverpackungen und Erzeugnisse müssen so produziert werden, dass sie später ökologisch und ökonomisch effektiv zu reinem und qualitativ gutem Sekundärmaterial wiederaufbereitet werden können. Die von der Verpackungsindustrie insbesondere für Lebensmittel konzipierten Multilayer-Verpackungen seien hierfür ein schlechtes Beispiel. Diese mehrschichtigen Verpackungsfolien lassen sich aufgrund der komplexen Materialzusammensetzungen nur mit hohem wirtschaftlichen Aufwand recyceln. „Die richtige Wahl der Einsatzmaterialien und deren Verarbeitung haben einen enormen Einfluss auf die spätere Wiederverwertbarkeit der Kunststoffverpackungen und -produkte. Auch die spezifischen Eigenschaften der auf den Verpackungen aufgebrachten Etiketten (Dichte, Lösbarkeit) und Druckfarben (Intensität, Farbgebung) bestimmten die spätere Qualität der Recyclate erheblich mit“, machte die kaufmännische Betriebsleiterin Mechthild Ahaus deutlich.

Wertschätzung in Recyclingkunststoffe stärken – Märkte ausbauen

Jegliche Anstrengung in die Entwicklungsarbeit zur Aufbereitung von Kunststoffabfällen zu qualitativ hochwertigem Sekundärmaterial und hohe Investitionen in Recyclingtechnologien nutzen der Branche und den Zielen der Kreislaufwirtschaft wenig, wenn entsprechende Absatzmärkte fehlen. Obwohl in Deutschland bereits sehr hochwertige Recyclate hergestellt werden, die in sämtlichen Einsatzbereichen bedenkenlos verwendet werden können, fehlt es auf Seiten der Beschaffer in Industrie und öffentlicher Hand an Akzeptanz und Wertschätzung für die wertvollen Sekundärrohstoffe. Bundesumweltministerin Svenja Schulze versprach, sich auch hier für eine Qualitäts- und Werbeoffensive zum Thema Recyclingmaterial einzusetzen. Der öffentliche Sektor soll eine Vorreiterrolle übernehmen, erklärte die Ministerin.

Über HUBERT EING KUNSTSTOFFVERWERTUNG GMBH

Seit über 25 Jahren ist das Traditionsunternehmen Spezialist in der werkstofflichen Aufbereitung von Mischkunststoffen sowie vergleichbarer Stoffgruppen wie PP (Polypropylen), Folien und vieler weiterer Kunststoffartikel. Auf einem Areal von 57.000 Quadratmetern sorgen modernste Anlagen für die Sortierung, Aufbereitung und Verwertung der Kunststoffe, die anschließend verschiedensten Einsatzgebieten zugeführt werden. Der Entsorgungsfachbetrieb beschäftigt 75 Mitarbeiter und verarbeitet eine genehmigte Gesamtkapazität von 160.000 Jahrestonnen (Jato), von denen sich 40.000 Jato auf die werkstoffliche Aufbereitung und 120.000 Jato auf die Sortierung und energetische Aufbereitung erstrecken.

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