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COVID-19-Pandemie belastet voestalpine-Ergebnis

Der Vorstand der voestalpine AG hat bekanntgegeben, dass Sonderabschreibungen aufgrund von Wertminderungen von Vermögensgegenständen („Impairment“) vorgenommen werden müssen. Diese Wertminderungen wirken sich auf das EBIT, jedoch nicht auf das EBITDA aus.

BG41Beschriftung 75Die Neubewertung der Vermögensgegenstände erfolgt aufgrund geänderter Rahmenbedingungen für das aktuelle Geschäftsjahr (2020/21). Aufgrund der COVID-19-Effekte hat sich auch der WACC („Weighted Average Cost of Capital“, durchschnittlich gewichteter Kapitalkostensatz) erhöht, wodurch sich ein weiterer Abschreibungsbedarf in der Höhe von insgesamt 125 Mio. EUR ergibt. Die COVID-19-Pandemie hat darüber hinaus seit Mitte März auch erste operative Auswirkungen. Diese reduzieren sowohl das EBITDA als auch das EBIT um rund 40 Mio. EUR.

Bereits im Dezember 2019 hat der Vorstand der voestalpine AG weitreichende Entscheidungen auf Basis einer strategischen Analyse getroffen. Dabei wurden die Veränderungen im globalen Wirtschaftsgefüge, allen voran der weltweite Handelskonflikt, aber auch die weitere Entwicklung Europas als Wirtschaftsraum mit sichtlich schwindendem Interesse an einer durchgängigen industriellen Wertschöpfungskette analysiert. Die Analyseergebnisse erforderten bereits damals über die rein kurzfristig operative Optimierung hinausgehende Maßnahmen.

Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 wurden daher Sonderabschreibungen in Höhe von 270 Mio. EUR als das Ergebnis von damals durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen („Impairment-Test“) vorgenommen. Zusätzlich wurden auch Abwertungen und Vorsorgen für Risiken mit negativen finanziellen Auswirkungen (u.a. Sanierungskosten) von rund 75 Mio. EUR gebildet. Die COVID-19-Pandemie machte nun eine erneute Evaluierung notwendig.

125 Mio. EUR Sonderabschreibungen

Die voestalpine AG wird nun (zusätzlich zu den Maßnahmen im Dezember 2019) im Geschäftsjahr 2019/2020 in einigen Geschäftsbereichen Sonderabschreibungen in Höhe von 125 Mio. EUR vornehmen. Die Werthaltigkeitsprüfungen („Impairment-Test“) ergaben, dass Sonderabschreibungen bei den Gießereien (Traisen und Linz), Nahtlosrohre (Tubulars), Welding Consumables (Schweißbereich), Buderus Edelstahl (Wetzlar, Deutschland), Cartersville und Texas (USA) vorgenommen werden müssen. Die Effekte der Abschreibungen werden sich im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 auf das EBIT auswirken.

Derzeit rund 18.000 Mitarbeiter in Österreich und 6.000 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit

Wie Ende März angekündigt wurden von rund 22.300 Mitarbeitern in Österreich bereits rund 18.000 zur Kurzarbeit angemeldet. Bis Mai wird diese Zahl auf 20.000 steigen. In Deutschland hat die voestalpine knapp 6.000 Mitarbeiter (der insgesamt 8.300 Mitarbeiter) zur Kurzarbeit angemeldet, in Belgien und in den Niederlanden wird derzeit der Einsatz von ähnlichen Modellen geprüft bzw. umgesetzt.

„Wichtig wird sein, die Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochzufahren“

„Wir haben es geschafft, uns sehr rasch an die völlig neue Situation anzupassen. Das voestalpine-Team hat die vergangenenen Wochen hervorragend bewältigt. Darauf sind wir stolz und danken allen Kolleginnen und Kollegen recht herzlich für ihren Einsatz. Weiterhin gilt: Bei allen wirtschaftlichen Überlegungen steht für uns die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an erster Stelle“, so CEO Eibensteiner. „Es bleibt uns aber auch nicht erspart, die zukünftigen Markterwartungen angesichts der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden Rahmenbedingungen naturgemäß deutlich kritischer als ursprünglich geplant zu bewerten. Wir müssen daher unsere Erwartungshaltung für das Geschäftsjahr 2020/21 als auch in Bezug auf die Werthaltigkeit einzelner Gesellschaften weiter zurücknehmen und nochmalige Sonderabschreibungen vornehmen“, setzt Eibensteiner fort. „An unserer langfristigen strategischen Ausrichtung ändert sich nichts. Wir werden uns weiterhin auf technologieintensive Bereiche mit höchstem Qualitätsanspruch konzentrieren.“

Der momentane Stillstand in vielen Bereichen der Wirtschaft muss bald überwunden werden. „Neben dem aktuellen Krisenmanagement bereiten wir uns bereits auf das angekündigte Hochfahren der Automobilindustrie und andererer für uns wichtiger Bereiche vor. Entscheidend wird es sein, schnell wieder in die Gänge zu kommen. Die österreichische Regierung hat nun den ersten Schritt gesetzt um wirtschaftliche Aktivitäten wieder zu ermöglichen und den Konsum anzukurbeln. Jetzt müssen rasch  weitere Schritte folgen, um die industrielle Produktion schnellstmöglich hochzufahren“.

Ausblick GJ 2019/20: operatives Ergebnis (EBITDA) von über 1,1 Mrd. EUR erwartet

Basierend auf diesen außerordentlichen einmaligen Maßnahmen rechnet der Vorstand der voestalpine AG aus heutiger Sicht für das am 31. März 2020 abgelaufene Geschäftsjahr mit einem geringfügig reduzierten (gegenüber dem Ende 2019 erfolgten Ausblick) operativen Ergebnis (EBITDA) von über 1,1 Mrd. EUR. Betreffend EBIT kann der bisherige Ausblick nicht aufrecht erhalten bleiben. Das Betriebsergebnis (EBIT) wird sich mit rund minus 135 Mio. EUR negativ entwickeln (bisheriger Ausblick: „gerade noch positives EBIT“).

Um die Finanzierungskraft sicherzustellen, arbeitet die voestalpine weiterhin mit Hochdruck an der Umsetzung der angekündigten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme. Der Fokus liegt darüber hinaus weiterhin auf Cashflowoptimierung und Vorräteabbau, Investitionen werden zurückgenommen. Das in Bau befindliche Edelstahlwerk in Kapfenberg wird fortgeführt.

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