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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Rohstoffgewinnung aus Bergbau immer noch vorherrschend

Die  deutsche  Wirtschaft  ist  bei  Metallen  und  einer  Vielzahl  von  Industriemineralen, insbesondere  bei  Eisen, Buntmetallen und sogenannten High-Tech-Rohstoffen, auf den Import und damit auf einen funktionierenden Welthandel angewiesen. Das Recycling von Wertstoffen gewinnt zunehmend an Bedeutung und leistet einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung des Rohstoffangebots.

Die Primärgewinnung aus dem Bergbau ist im Zuge einer wachsenden Weltwirtschaft aber auch weiterhin für den Großteil der Rohstoffversorgung verantwortlich. In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammten, ähnlich wie in den letzten Jahren, 53 % des Aluminiums, 42% des Kupfers und 44% des Rohstahls aus sekundären Rohstoffen (BGR 2016a). Das geht aus einer vergleichenden Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervor.

Der Vergleich, der auf den Daten aus 180 Ländern basiert, gibt einen Überblick über die Reserven (technisch und wirtschaftlich gewinnbare Rohstoffe), Ressourcen sowie Bergwerks- und Raffinadeproduktion nach dem Wert der Rohstoffe. Danach ist China (wie schon in der Vorgängerstudie von 2014) weiter der mit Abstand bedeutendste Produzent von Rohstoffen (168 Mrd. US$, 22 % Weltmarktanteil) und Raffinadeprodukten (943 Mrd. US$, 47 % Weltmarktanteil). Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Brasilien und Australien.

Brasilien hat zwar nur die drittgrößte Bergbauproduktion, liegt aber aufgrund der deutlich größeren Raffinadeproduktion im Gesamtranking vor Australien. Auf den weiteren Plätzen folgen Russland, die USA, Kanada, Südafrika, Indien und Chile. In diesen neun Ländern fanden insgesamt 69 % der weltweiten Bergbauproduktion und 66 % der Raffinadeproduktion statt. Zusätzlich verfügen diese Staaten über 74 % der Rohstoffreserven und 63 % der Ressourcen.

Die Bergwerksproduktion wird im weltweiten Vergleich von Eisenerz (33 %), Gold (16 %) und Kupfer (15 %) dominiert. China, Australien und Brasilien hatten im Jahr 2014 einen Anteil von knapp 70 % an der weltweiten Eisenerzproduktion. Bei Kupfer liegt Chile mit einem Produktionsanteil von über 30 % vorn. Bei Gold ist China mit 15 % Weltmarktführer.

Deutschland belegt im Ländervergleich insgesamt Platz 26. Zur Bergbauproduktion trugen vor allem Kalisalz, Steinsalz, Kalk und Kaolin bei. Die Rohstoffreserven basieren im Wesentlichen auf Kalisalz, bei den Ressourcen verfügt Deutschland neben Kali lediglich über kleinere Vorkommen an Kupfer im Kupferschiefer von Spremberg sowie Zinn, Wolfram und Flussspat. Dagegen gehört Deutschland bei der Raffinadeproduktion zu den führenden Nationen (Platz 8). Zu diesem Ergebnis trägt vor allem die Stahlproduktion bei. Aber auch Kupfer, Zement, Aluminium, Blei und Zink spielen eine entscheidende Rolle.

Obwohl China der mit Abstand größte Rohstoffproduzent ist, zählt das Land nicht zu den führenden Exporteuren. China benötigt den Großteil seiner produzierten Metalle und Minerale selbst und ist zusätzlich mit Abstand der weltweit größte Importeur von Bergbauprodukten. Australien hingegen ist weltweit der größte Rohstoffexporteur. Das Land hatte im Jahr 2014 einen Anteil von 28 % am weltweiten Export. Die wichtigsten Rohstoffe des australischen Exports sind Eisen, Aluminium, Gold, Kupfer, Nickel, Zink und Blei. Zweitwichtigster Rohstoffexporteur ist Chile.

In der BGR-Studie wird der Handel mit den Rohstoffen Bauxit/Aluminium, Blei, Eisenerz, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn, Silber und Gold dargestellt. Für diese Rohstoffe werden die wichtigsten Produzenten und Verbraucher genannt.

Zudem wird die Bedeutung des Rohstoffsektors für die Wirtschaft der einzelnen Länder beleuchtet. Der Anteil afrikanischer Länder am Wert der weltweiten Bergbauproduktion ist mit lediglich 11,4 % vergleichsweise gering, mit Abstand wichtigstes Produktionsland ist Südafrika. Trotzdem ist der Bergbausektor für viele afrikanische Länder ein wichtiger Faktor: für 22 Länder hat die Produktion mineralischer Rohstoffe, gemessen am Wert der Produktion im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt und den Exporten, eine große bis sehr große Bedeutung.

Zum Herunterladen: Studie: Vorkommen und Produktion mineralischer Rohstoffe - ein Ländervergleich (2017) (PDF, 4 MB)

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