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bvse-Präsident Bernhard Reiling

bvse: Branche profitiert von guter Wirtschaftslage

Nach der Branchenumfrage des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung erwartet der Verband in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von rund 4 Prozent.

Den Grund für die Umsatzsteigerung sieht bvse-Präsident Bernhard Reiling in der anhaltend positiven Wirtschaftslage. „Unsere Branche ist konjunkturabhängig. Momentan läuft es einfach gut und unsere Unternehmen profitieren davon“, stellt Reiling fest.

Das Wachstum der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche hat sich in 2016 auf 3 Prozent (2015: 2 Prozent) erhöht, wenngleich sich die Situation in den verschiedenen Segmenten durchaus unterschiedlich entwickelt hat. Die Erfassungsmengen konnten 2016 gegenüber dem Vorjahr über fast alle Sekundärrohstoffströme hinweg gesteigert werden. Für das laufende Jahr zeichnet sich ebenfalls wieder eine Steigerung ab. Diese Entwicklung ist der positiven Konjunktur in Deutschland geschuldet und wirkt sich auch auf die Umsätze der Unternehmen aus. Für das laufende Jahr rechnet der bvse daher mit einem Umsatzwachstum von rund 4 Prozent.

Sorge bereitet dem bvse-Präsidenten jedoch, dass die Eigenkapitalquote von 22 Prozent im Jahr 2015 auf einen Wert von rund 20 Prozent in 2016 fiel. Die Investitionsquote gab um einen Prozentpunkt von 7 Prozent in 2015 auf 6 Prozent in 2016 nach.

„Das ist bei dieser Konjunkturentwicklung eher untypisch und darauf zurückzuführen, dass sich die hohen Lohn-, Verwaltungs- und Bürokratiekosten erheblich auf das Betriebsergebnis auswirken. Im Ergebnis werden notwendige Investitionen in technische Neuerungen und weitere Entwicklung zurückgestellt“, so Reiling.

Die Branche hat unter dem Strich im letzten Jahr keine Arbeitsplätze abbauen müssen. Für das laufende Jahr rechnet der bvse jedoch damit, dass die Unternehmen wieder mehr Arbeitnehmer einstellen (+ 2 Prozent).

Die Gesamtsituation stellte sich 2016 gegenüber dem Vorjahr besser dar. So wird das abgelaufene Geschäftsjahr von den befragten Unternehmen mit der Note 2,5 (gegenüber 3,0 in 2015) bewertet und auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen ähnlich positiv gestimmt.

All diese Zahlen verdeutlichen, dass die Branche von einer freundlichen konjunkturellen Phase profitiert. Allerdings fehlen nach wie vor die strukturellen Voraussetzungen, die nachhaltige Wachstumsimpulse und damit Investitionen freisetzen.

Das bestätigt auch das Ergebnis der Umfrage: So gaben 84 Prozent der Unternehmen an, dass die Betriebskosten in den letzten drei Jahren gestiegen sind.

Hauptfaktoren für diesen Anstieg waren die Personalkosten und gleichauf behördliche Auflagen, die auf die Gesetzgebung zurückzuführen sind. „Die Rahmenbedingungen für den Mittelstand müssen deshalb deutlich verbessert werden. Dieser Trend, hin zu immer weiter verschärften Umwelt-, Überwachungs- und Gesetzesauflagen, muss gestoppt und die Unternehmen von überzogenen Bürokratiekosten entlastet werden, damit mehr Spielraum für Investitionen vorhanden ist“, verlangt der bvse-Präsident.

Die Politik sei daher aufgerufen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen der Kreislaufwirtschaft eine reelle Chance haben, sich im Wettbewerb zu behaupten, heißt es beim bvse. So sollten beispielsweise die Belastungen aus Bürokratie und Genehmigungserfordernissen für kleine und mittlere Unternehmen signifikant reduziert werden. Reiling: „Das ist machbar, ohne dass dies mit einer Erhöhung möglicher Umweltrisiken einhergeht.“

Außerdem müsse sich Deutschland endlich besser aufstellen, um auch in Zukunft nachhaltig und ökonomisch erfolgreich sein zu können. Es wäre falsch, sich auf den Lorbeeren des derzeitigen Erfolges auszuruhen. Es sei an der Zeit die Weichen richtig zu stellen.

„Wir brauchen daher eine umfassende Rohstoffwende, in der der Einsatz von Sekundärrohstoffen in der gewerblichen und industriellen Produktion vorangetrieben und auch die öffentliche Hand verstärkt zum Einsatz von Recyclingprodukten aufgefordert wird“, fordert bvse-Präsident Bernhard Reiling abschließend.

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