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Neue Aktionsgemeinschaft: Verlässliche Entsorgungswege für HBCD-haltige Dämmstoffabfälle schaffen

Zahlreiche Verbände aus Handwerk, Bau-, Dämmstoff-, Kunststoff- und der Entsorgungsbranche, darunter der bvse als Branchendachverband der mittelständischen Recycling- und Entsorgungsunternehmen, haben Ende März in Frankfurt die Aktionsgemeinschaft „AG EHDA“ gegründet, um sich für eine verlässliche Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen zu engagieren.

19 04 AGEHDA Logo„Der bvse hat sich schon in der Vergangenheit mit Nachdruck dafür eingesetzt, die Einstufung von  HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlichen Abfall“ rückgängig zu machen. Wir haben daher begrüßt, dass diese bundeseinheitlich bis zum 31. Dezember 2017 nicht mehr als gefährliche Abfälle eingestuft werden“, erklärte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Diesen Aufschub wollen Bund und Länder dazu nutzen, um für die Abfälle, die aufgrund ihres HBCD-Gehaltes grundsätzlich der POP-Verordnung unterliegen, bundeseinheitliche Lösungen zu erarbeiten. Zwischenzeitlich sind mehrdeutige Signale aus den verschiedenen Bundesländern gesendet worden. So gibt es Stimmen, die HBCD-haltige Dämmplatten ab dem 1. Januar 2018 wieder zu gefährlichen Abfällen einstufen wollen.

bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock: „Der bvse warnt vor einem solchen Schritt. Umgehend würden wieder gravierende Entsorgungsprobleme entstehen. Es gibt heute keinen Grund, HBCD-haltiges Dämmmaterial als gefährlichen Abfall einzustufen und den wird es auch nach am 31. Dezember 2017 nicht geben. Das Material wurde in der Vergangenheit ordnungsgemäß der Verbrennung bzw. der energetischen Verwertung zugeführt und das wird auch in Zukunft so erfolgen. Wir hoffen daher, dass die Skeptiker in den nächsten Monaten erkennen werden, dass es keinen Grund dafür gibt, das Material wieder zu einem gefährlichen Abfall zu machen und somit der Weg für eine dauerhafte Lösung bereitet wird. Zusammen mit der Aktionsgemeinschaft „AG EHDA“ werden wir daher für eine tragfähige und vernünftige Lösung arbeiten.“

Die Aktionsgemeinschaft begrüßt das Engagement der Bundesländer und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bis zum Ablauf des aktuellen Moratoriums eine deutschlandweit einheitliche, praxistaugliche Lösung zur Entsorgung solcher Abfälle zu erarbeiten. Die in der AG EHDA vertretenen Verbände und Unternehmen bieten der Politik ihre Unterstützung bei der Erarbeitung einer Lösung an.  Aus Sicht der Aktionsgemeinschaft sollte sich diese Lösung an europarechtlichen Vorgaben orientieren und eine reibungslose Entsorgung gewährleisten. 

Die AG betont, dass die energetische Verwertung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle in thermischen Abfallbehandlungsanlagen und gemischt mit anderen Abfällen einerseits ein jahrzehntelang bewährter, für Mensch und Umwelt sicherer und zudem wirtschaftlicher Prozess ist. Andererseits haben die akuten Entsorgungsengpässe im Herbst 2016 gezeigt, dass die Einstufung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlicher Abfall“ nicht wie geplant zu einer besseren Nachverfolgung und Ausschleusung des als POP-Stoff klassifizierten HBCD führt. Stattdessen wurde ein etablierter Entsorgungsweg zum Erliegen gebracht.

Durch die Rückkehr zur alten Verfahrensweise aus der Zeit vor dem 30.9.2016, gegebenenfalls ergänzt durch eine angepasste Dokumentationspflicht, könnten etablierte Wege der Ausschleusung und Zerstörung des POP-Stoffs HBCD wieder genutzt werden. Zurzeit gibt es noch keine alternativen Verwertungsverfahren im Markt. Die AG EHDA sieht sich auch als Plattform, weitere Ansätze für zukünftige Entsorgungswege zu entwickeln.

 

Über die Aktionsgemeinschaft
Die Aktionsgemeinschaft für eine sichere und fachgerechte Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoff-Abfällen (AG EHDA) besteht aus 17 Unternehmen und Verbänden aus Handwerk, Fachhandel, Bau-, Dämmstoff-, Entsorgungs-, und Kunststoffbranche. Weitere Informationen: www.agehda.de

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