6. Ablauforganisation


Nachdem die Struktur der Aufbereitungsaktivität mit Blick auf die Anforderungen des Abnehmers geschaffen worden ist, gilt es, diese Anlage auch wirtschaftlich und effizient zu betreiben. Hier ist das oberste Ziel die Einhaltung der Qualitätskriterien des Abnehmers. Die gesamten Betriebsabläufe sind an diesem Ziel zu orientieren. Hierzu bedarf es eines mehrstufigen Qualitätssicherungskonzeptes, das in alle Phasen der Produktion eingreift und damit den hohen Qualitätsanforderungen der Abnehmer gerecht wird.

1. Akquisition

  • Herkunftsbereiche der in Frage kommenden Abfallarten definieren
  • Begehung der Anfallstellen durch geschulte
  • Außendienstmitarbeiter
  • Informationsaustausch mit dem Abfallerzeuger über mögliche Verunreinigungen und Übergabe vorhandener Analysen
  • Probenahme durch Außendienstmitarbeiter und Analyse auf „verdächtige Parameter“
  • Beratung des Abfallerzeugers durch den Brennstoffproduzenten
  • Zunächst immer erst Vereinbarung von Probeanlieferungen, um die Qualitäten vor einer Dauerlieferung anpassen zu können (z.B. durch zusätzliche Trennung oder Sortierung)
  • Vertragliche Vereinbarung über zulässige Qualitäten und Zusammensetzung der Abfälle


2.
Eingang Aufbereitungsanlage

  • Regelmäßige Probenahme und Analyse der eingehenden Stoffe und Abgleich mit vorhanden Daten
  • Rückstellproben bilden
  • Dokumentation eingehender Mengen und Qualitäten (Inputbilanz)

3. Festlegung des Aufbereitungsablaufs

  • Festlegung des technischen Ablaufs aufgrund von Eingangsanalysen und vorhandener Kenntnisse der Abfallzusammensetzung
  • Dokumentation der Stoffströme

4. Qualitätskontrolle nach Produktion

  • Regelmäßige Probenahme und Analyse des erzeugten EBS (z.B. alle 100 t.)
  • Zusammenfassung vieler Einzelproben zu Durchschnittsproben und -analysen
  • Kontrolle der Analysen durch externes Labor
  • Rückstellproben
  • Dokumentation der produzierten Mengen und Qualitäten


5.
Qualitätskontrolle durch den Abnehmer/Verwerter

  • Regelmäßige Probenahme und Analyse der eingehenden Ersatzbrennstoffe
  • Rückstellproben
  • Dokumentation der eingehenden Mengen und Qualitäten


Der für die Qualitätssicherung erforderliche Aufwand, scheint auf den ersten Blick sehr hoch. Die Erfahrungen bereits tätiger Aufbereiter haben jedoch gezeigt, dass diese aufwendige Qualitätssicherung erforderlich ist, um das Geschäft abzusichern und um Kosten zu sparen.

Durch die umfangreichen Maßnahmen beim Abfallerzeuger werden teure Fehlanlieferungen vermieden und kostspielige Schäden in der Aufbereitungsanlage verhindert. Durch die Anwendung gezielter Sicherungsmaßnahmen an der Anfallstelle kommt es zudem äußerst selten zu Fehlproduktionen, die dann als Ausschuss kostspielig entsorgt werden müssen. Eine effektive Qualitätssicherung hilft auch, auftretende Probleme rechtzeitig zu lokalisieren und schnell zu beseitigen. So beugt man nicht zuletzt auch teuren Fehlanlieferungen an die Verwertungsanlage vor. Fehlerhafte Qualitäten können kostspielige Schäden in den hochtechnisierten Feuerungsanlagen zur Folge haben, und letztendlich kann der Wegfall der gesamten Geschäftsgrundlage durch eine Auslistung beim Abnehmer drohen.

Darüber hinaus sollte die differenzierte Qualitätsüberwachung den Aufbereiter in die Lage versetzen, ohne große Umstellung unterschiedliche Qualitäten für diverse Abnehmer zu produzieren. Das System ist vorgegeben und muss auf die Anforderung des Brennstoffabnehmers angepasst und modifiziert werden können. Es trägt zur Flexibilität der Produktion und damit auch zu einer wirtschaftlicheren Auslastung der Anlage bei.

 

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