Ersatzbrennstoffherstellung unter Druck

Gewerbeabfallmengen landen in Müllverbrennungsanlagen

Hamburg. Im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des bvse-Fachverbandes Altholz und Ersatzbrennstoffe stand das Problem der Überkapazitäten in den deutschen Müllverbrennungsanlagen.

Aufgrund dieser Überkapazitäten sind die Preise für die Müllverbrennung sehr niedrig. Das bedeutet nicht nur, dass die stoffliche Verwertung leidet, auch die Aufbereitung von Ersatzbrennstoffen wird dadurch belastet, denn es fehlen Gewerbeabfallmengen.

Hinzu kommen zusätzliche Überkapazitäten in der energetischen Verwertung mittelkalorischer Ersatzbrennstoffe. Im Zuge dieser Entwicklung zeichnet sich ab, dass bislang geforderte Qualitätsstandards unter dem Dogma der Anlagenauslastung in Kraftwerken keine Rolle mehr spielen.

Nach Auffassung des bvse-Fachverbandes Altholz und Ersatzbrennstoffe ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb zwischen Müllverbrennungsanlagen und EBS-Kraftwerken die Preise zur energetischen Verwertung mittelfristig weiter auf einem insgesamt niedrigen Niveau halten wird. "Selbst wenn wir spüren, dass konjunkturbedingt die Erfassungsmengen ansteigen, ist bei Spotmarktpreisen bis zu 40 Euro in der Verbrennung, selbst mit großem Optimismus, ein wirtschaftlicher Betrieb einer Sortieranlage unmöglich. Kein Wunder, dass im vergangenen Jahr bereits einige Aufbereiter ihre Anlagen stillgelegt haben", erkärte bvse-Experte Andreas Habel.  

 

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