Bahn um Optimierung des Mangels bemüht

Von Birgit Guschall-Jaik, bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

schrott-info.de Beim Kundenevent Marktbereich Montan der DB Schenker Rail am 07. Juli 2010 in der Zeche Zollverein in Essen stellte sich die Führung der DB Schenker Rail vielen unangenehmen Fragen ihrer Kunden.

Der Mangel an Waggons ist für die Stahl- und Schrottwirtschaft nicht nur ein logistisches, sondern auch ein finanzielles Problem, zumal aus Sicht der Schrottwirtschaft einige Stahlwerke ausschließlich per Bahn beliefert werden müssen.

Die Bahn als Monopolist ist nicht in der Lage, in der gegenwärtigen Phase ausreichend Waggons zur Verfügung zu stellen. Das hat sicherlich viele für die Kunden nachvollziehbare, aber auch durchaus viele nicht nachvollziehbare Gründe.

Fakt ist, dass die Bahn der Krise 2008 mit einem umfangreichen Kostensenkungsprogramm begegnet ist, bei dem nicht nur 35.000 Waggons von der Schiene geholt wurden, sondern auch kostenoptimierende Maßnahmen, wie z.B. Personalabbau, Kurzarbeit, Verlängerung der Wartungsintervalle, die Konzentration der Ausbesserungswerke auf einige wenige Orte usw. durchgeführt wurden. Als das Programm angelaufen war, gab es für die Bahn einige unangenehme unvorhersehbare Ereignisse.

Die Konjunktur sprang schneller als erwartet wieder an, und schwere Unfälle mit Güterwaggons in Österreich und Italien, von denen die Bahn zwar nur indirekt betroffen war, lösten eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen durch das Eisenbahnbundesamt aus. So mussten bspw. die Radsätze an vielen Güterwaggons ausgetauscht werden.

Laut Angaben der DB Schenker Rail konnte der unvorhersehbare hohe Bedarf im Markt nicht zeitgerecht beschafft werden. Offensichtlich stehen und standen aber auch nicht genügend bahneigene Reparaturkapazitäten für den Austausch bereit, zumal die eingeführte Kurzarbeit die angespannte Lage weiter verschärfte.

Maßnahmen
Die DB Schenker Rail versucht nun – möglichst in Abstimmung mit den Kunden - die größten Probleme bis Herbst zu beseitigen. Dazu will sie u. a. Schritt für Schritt das bei einigen Werken bereits eingeführte System der Vergabe von Zulaufnummern allgemein durchsetzen.

Die Schrottwirtschaft begrüßt dieses System, sofern sie dadurch tatsächlich die zugesagten Waggons zugestellt bekommt. Das Programm zur Laufzeitoptimierung ist ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung, sofern auf die Einhaltung bei allen Stahlwerken konsequent geachtet wird, und zwar unabhängig von der Marktmacht des Kunden. Besonders hervorzuheben ist die Zusage des DB Schenker Rail Vorstandes, die Einzelwagengestellung zu optimieren, aber nicht davon abzuweichen.

Der zukunftsweisende kooperative Ansatz von sieben Bahnen im Rahmen von X-Rail findet in der Schrottwirtschaft großen Anklang, zumal der Einzelwagen- oder Wagengruppenverkehr für die Branche von immenser Bedeutung ist.

Der zugesicherte und verstärkte Einsatz mobiler Instandhaltungstrupps nährt die Hoffnung, dass sich die Lage tatsächlich spürbar verbessern wird. Die in Betracht gezogene  Dezentralisation von Ausbesserungswerken in Regionen, wo Bedarf ist, könnte zusätzlich für Entspannung sorgen. Der Wunsch der Bahn an die Stahl- und Schrottwirtschaft den Frachtraumbedarf langfristiger zu planen, ist verständlich, in einem immer stärker schwankenden Markt allerdings nur sehr eingeschränkt möglich.

Zwischen der Schrottwirtschaft und dem Logistikpartner Schiene bestehen langjährige vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen bzw. Abhängigkeiten auf unserer Seite, die eines kompetenten Partners bedürfen. Der zum Teil seit Monaten bestehende Flaschenhals Bahntransport ist für uns nicht akzeptabel. Das Dialogangebot wird begrüßt, aber den Worten müssen Taten folgen. Birgit Guschall-Jaik, http://www.schrott-info.de/

 

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