17.08.2012

Altkleider: Illegal aufgestellte Container sorgen auch in Mitteldeutschland für Probleme

Medienberichte zum Phänomen der illegal aufgestellten Altkleidercontainer häufen sich in ganz Deutschland. Fast über Nacht sehen sich nun auch die Regionen Halle, Merseburg, Bitterfeld-Wolfen und Leipzig mit diesem Phänomen konfrontiert. Über 350 Container wurden seit Mitte Juni illegal aufgestellt. In Halle ist beispielsweise das Unternehmen Profittex durch nicht genehmigte Container aufgefallen. Die Stadt hat bereits reagiert und das Unternehmen aufgefordert, die Container zu entfernen, wie von der Pressestelle der Stadt Halle zu erfahren war. Immer wieder tauchen auch Organisationen auf, für die andernorts bereits ein Verbot gilt, so zum Beispiel die Babynothilfe, vor der das Land Rheinland-Pfalz ausdrücklich warnt.

Illegale Sammler geben oftmals vor, mit gemeinnützigen Organisationen zusammenzuarbeiten, täuschen die Bürger, picken sich die besten Stücke heraus und kassieren die Gewinne. „Unsere Erfahrungen zeigen: Was die illegal arbeitenden Sammler nicht gebrauchen können, bleibt oft einfach auf Straßen und Plätzen zurück oder landet in den legalen Containern. Die Sammler ziehen in die nächste Stadt und das Nachsehen haben die Bürger, Kommunen und ordentlich arbeitenden Recyclingbetriebe“, berichtet Beate Heinz, Fachreferentin des Fachverbands Textilrecycling im bvse (Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.).

Woran erkennt man eine ordentliche Sammlung?
Um Stoffkreisläufe zu schließen und Ressourcen zu schützen, ist es wichtig, dass die Menschen ihre Altkleider auch weiterhin in die Textilsammlung geben. Dabei sollten sie genau prüfen, wem sie ihre Kleider überlassen. Für Bürger sind legale und illegale Container bei etwas genauerem Hinsehen leicht zu unterscheiden: Seriöse Textilrecycler geben ihre Kontaktdaten auf den Containern an und sind erreichbar. Telefonisch oder im Internet können die Bürger erfahren, was mit den Altkleidern passiert. Wenn der Sammler nicht identifizierbar ist oder nur eine Handynummer auf dem Sammelbehälter angegeben ist, ist Vorsicht geboten. Erfolgt die Sammlung im Namen einer gemeinnützigen Organisation, sollte man nur vertrauenswürdigen Organisationen spenden, die man kennt, und sich nicht von rührseligen Spendenaufrufen blenden lassen. Das gilt auch für die Haussammlungen, bei denen Körbe und Eimer vor den Haushalten platziert werden. Wenn Bürger dennoch nicht sicher sind, können sie bei ihrer Kommune nachfragen, ob diese über die Sammlung Bescheid weiß und eine eventuell erforderliche Genehmigung vorliegt.

Illegale Sammlungen gefährden regionale Unternehmen
Für die meist regionalen Textilrecycling-Fachbetriebe und ihre Mitarbeiter können die illegalen Container existenzbedrohend sein, denn ihnen wird so der Zustrom an verwertbaren Materialien abgegraben. Dabei sind sie es, die den ordentlichen Genehmigungsweg einhalten, vertrauensvoll mit Kommunen und gemeinnützigen Organisationen zusammenarbeiten sowie eine schadlose Sammlung und Verwertung garantieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Schutz von Umwelt und Ressourcen, denn die Wiederverwendung von Altkleidern schont Rohstoffe und spart CO2. Darüber hinaus stellt die Branche das Recycling nicht mehr tragfähiger Bekleidung sicher; daraus werden zum Beispiel Dämmmaterial oder Putzlappen hergestellt. Durch die Vermarktung von Textilien wandeln sie die Kleiderspende an eine gemeinnützige Organisation in finanzielle Hilfe um. Für viele tausend Menschen in Deutschland, aber auch im Ausland, hat die Textilrecyclingbranche Arbeitsmöglichkeiten geschaffen.

Textilrecycler und Kommunen können gemeinsam gegensteuern
Wenn Kommunen und ordentliche Textilrecycler zusammenarbeiten, lassen sich die illegalen Container eindämmen. Der bvse-Fachverband Textilrecycling bietet den Kommunen seine Unterstützung beim Vorgehen gegen wild aufgestellte Container und der Suche nach geeigneten Entsorgungspartnern an und unterstützt Kommunen bei der Erarbeitung von Konzepten für eine fachgerechte Alttextilsammlung. Gleichzeitig appelliert der Verband an die Kommunen: „Städte und Gemeinden müssen bei illegalen Containern auf öffentlichen Grundstücken energisch einschreiten“, so Beate Heinz.


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