3. Markt und Akteure
Was gestern noch topaktuell war, ist in der schnelllebigen Branche heute schon nicht mehr gefragt. So geht der Fachverband Informationstechnik im ZVEI davon aus, dass nach spätestens sechs Jahren auch der modernste Computer veraltet ist und ersetzt werden muss.
Buchstäblich von A wie Anrufbeantworter bis Z wie (elektrische) Zitruspresse sind Elektro- und Elektronikgeräte zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. Sie sorgen für Arbeitsentlastung und gestalten Arbeitsprozesse rationeller, sie bieten vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten und weltweiten Zugang zu Informationen. Sie schaffen mehr Lebensqualität und Komfort und spielen nicht zuletzt für die Freizeitgestaltung eine immer wichtigere Rolle.
Elektro(nik)-Altgeräte fließen grundsätzlich aus zwei Bereichen zu den Erstbehandlungsanlagen. Unter dem Kürzel B2C (business to consumer) versteht man die Mengen aus privaten Haushalten, die über die Kommunen oder den Handel (Vertreiber) erfasst werden. Unter dem Kürzel B2B (business to business) versteht man gewerbliche Altgeräte, die über Verwaltungen sowie Industrie- und Gewerbebetriebe erfasst werden.
Im Jahr 2008 wurden in Deutschland ca. 1,8 Mio. Tonnen an Elektro(nik)-Geräten in Verkehr gebracht. Die zurückgenommene Menge verwertbarer Geräte hingegen beläuft sich auf gerade einmal 626.586 Tonnen. 
In der Erfassung und Sammlung von Elektro(nik)-Altgeräten sind gegenwärtig überwiegend die Kommunen tätig. Ab der kommunalen Sammelstelle sind dann die dann die Hersteller für die weiteren Entsorgungswege der Altgeräte im Rahmen ihrer Produktverantwortung gefordert.
Die Struktur für die Behandlung und Verwertung ist dabei bis heute mittelständisch geprägt. Aufgrund eines umfangreichen Materialwissens und der gewonnenen Aufbereitungskenntnisse erschließen mittelständische Entsorgungsunternehmen erhebliche Wertstoffpotenziale in diesem Marktsegement. In der Hoffnung auf jetzt kommende politisch vorgegebene einheitliche Qualitätsstandards wurden bereits in der Vergangenheit erhebliche Investitionen in moderne Behandlungsanlagen getätigt.
Zu unterscheiden sind:
- lokale und regionale Anbieter, die Behandlung, Entsorgung
und Vermarktung einzelner Gerätegruppen und Material-
fraktionen anlagentechnisch abdecken
- mittelständische sowie konzerngebundene Unternehmen,
die im eigenen Haus das komplette Spektrum der
Behandlung vereinigen
- spezialisierte Betriebe für große Einzugsbereiche mit
speziellen technischen Verfahren der Aufbereitung
(bspw. Bildröhrentrennung, Kühlgeräteaufbereitung)
- Handels- und Logistikunternehmen
Hierzu gehören:
ca. 300 kleinere Demontagebetriebe, die teilweise mit eigener Logistik Material annehmen, demontieren und für die weitere Behandlung oder Verwertung vorbereiten.
Darunter fallen:
- kleine und mittelständische Unternehmen
- soziale Einrichtungen mit ca. 50 Werkstätten und
20 Annahmestellen
- caritative Einrichtungen mit ca. 70 Werkstätten
- nicht gebundene soziale/caritative Einrichtungen
- konzerngebundene Unternehmen
ca. 120 Unternehmen, die Material manuell und maschinell verarbeiten
Darunter fallen:
- ca. 60 mittelständische Unternehmen
- ca. 60 konzerngebundene Unternehmen
Technologie: Schredderanlagen, mechanische Aufbereitungsanlagen für produktspezifische Fraktionen, spezielle Aufbereitungstechnik wie Bildröhrentrennung, Kühlgeräteaufbereitung. Verwertungskapazitäten: 1.000 – 50.000 t/a.





