5. Sonderformen des Elektro(nik)-Altgeräte-Recyclings
a) Kühlgeräterecycling
Die Notwendigkeit, die Erdatmosphäre vor klimaschädigenden FCKW-Emissionen zu schützen, macht das Kühlgeräterecycling zu einer Sonderform der Elektro(nik)-Altgeräteverwertung. Im ersten Arbeitsschritt werden Kältemittel und Kältemaschinenöl mit einer geschlossenen Absaugvorrichtung entnommen. Das FCKW wird in Druckgasflaschen, die Öle zur späteren Entgasung in speziellen Druckbehältern gesammelt. Zur Weiterverarbeitung existieren zwei Verfahrensweisen.
Das FCKW-haltige Isoliermaterial wird entweder aus dem Gerät entnommen und separat entgast, während das Restgerät die üblichen Materialtrennverfahren durchläuft, oder das Altgerät wird komplett in einem gasdichten Schredder zerkleinert und separiert. Durch eine Poren- und anschließende Matrixentgasung kann das restliche FCKW zurückgewonnen werden. Die von den Kühlgeräterecyclern eingesetzten hochmodernen Verfahren ermöglichen es, Kühlgeräte fast vollständig in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Oberste Priorität hat dabei die sichere Vermeidung von FCKW-Emissionen.
b) Bildröhrenrecycling
Mit jährlich 130.000 Tonnen gehören Bildröhren zu den größten Einzelfraktionen, die im Elektro(nik)-Altgeräte-Recycling verarbeitet werden müssen. Die Bildröhre besteht dabei zu zwei Dritteln aus dem so genannten Schirmglas, mit ca. 10% Barium/Strontiumgehalt, an der Innenseite belegt mit einer cadmiumhaltigen Leuchtschicht. Das restliche Drittel, das Konus- und Trichterglas, enthält etwa 20% Blei. Diese zwei Hauptkomponenten sind mit einem stark bleihaltigen (ca. 80%) Glaslot verbunden.
In der Vergangenheit wurde am Ende der Gerätenutzung aus den ausgedienten schwermetallhaltigen Bildröhren bislang Sonderabfall, der meist auf der Deponie oder als Zuschlagstoff im Straßenbau landete. Dies muss heute nicht mehr sein. Durch entsprechende Trenn- und Reinigungsschritte ist eine Rückführung der Schirm- und Konusgläser in die Bildröhrenglasproduktion möglich geworden.
Zur Trennung werden derzeit zwei Wege beschritten. Zum einen werden Hals-, Konus- und Schirmglas mittels Spannungsrissverfahren getrennt. Hierbei kommt ein Heizdraht zum Einsatz, der einen Spannungsriss im Glaslot induziert. Anschließend wird die Leuchtstoffschicht vom Schirmglas trocken- und nassmechanisch entfernt. Zum anderen wird die Trennung direkt mechanisch mit diamantbestückten Trennblättern durchgeführt und einer nachgeordneten Hochdruck-/Ultraschallreinigung unterzogen.
Ein Einsatz in der Trichterglas- oder Schirmglasschmelze ist nur dann möglich, wenn der Sekundärrohstoff Glas in der notwendigen Qualität, also frei von Fremdstoffen wie Metalle, Gummi, Kunststoffe oder Keramik, bereitgestellt wird.





