15.05.2013

Altpapiermarktbericht 2012/2013

„Die Altpapierbranche erlebte in 2012 ein Auf und Ab. Bis Mitte des Jahres konnten die Unternehmen nachfragebezogen zufrieden sein und die Erlöse bewegten sich auf kostendeckendem Niveau. Ab dem Sommer trübte sich das Konjunkturklima ein und damit auch die Auftragslage der Papierindustrie. Produktionsrückgänge in den Fabriken waren die Folge und damit auch zurückgehende Altpapierorder. Das traf nicht nur auf Bestellungen aus Deutschland zu, sondern auch auf Order aus Asien. In der Konsequenz gaben die Vergütungen für das aufbereitete Altpapier nach." So die rückblickende Analyse von Reinhold Schmidt, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Papierrecycling.

Im Bereich der braunen Massensorten überstiegen die Erfassungs- und Aufbereitungskosten der Altpapierbetriebe zeitweise die Erlöse für diese Qualitäten. Da sich zeitgleich auch das Altpapieraufkommen in Folge der Wirtschaftskrise rückläufig entwickelte, ließ sich eine größere Lagerbildung auf Seiten der Erfasser verhindern. Zum Jahresende hin verbesserten sich das Aufkommen und die Nachfrage leicht.

Der Altpapier-Außenhandel war in 2012 von nicht unerheblichen Verschiebungen geprägt. So sank die Einfuhr von Altpapier nach Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 120.000 Tonnen auf 3,6 Mio. Tonnen. Die größten Rückgänge entfielen dabei auf Mengen aus dem Vereinigten Königreich, Italien und Österreich.

Die aus Polen importierte Altpapiermenge stieg hingegen drastisch an. Parallel ging die ausgeführte Altpapiermenge um über 16 Prozent zurück auf 2,17 Mio. Tonnen; dies bedeutete ein Weniger an grenzüberschreitend verbrachtem Altpapier in Höhe von 423.000 Tonnen. Die mengenbezogen größten Rückgänge entfielen auf die Niederlande, die Volksrepublik China, Österreich und die Schweiz. Per Saldo war die Importmenge um 1,44 Mio. Tonnen größer als das Exportvolumen von Altpapier; das sind 300.000 Tonnen mehr als noch in 2011.

Blickt man auf die Branchenkennzahlen der in Deutschland ansässigen Papierindustrie, so setzte diese mit 16,17 Mio. Tonnen in 2012 rund 90.000 Tonnen Altpapier mehr ein (+0,6 Prozent) als im Vorjahr. Insgesamt produzierten die Fabriken 2012 mit 22,6 Mio. Tonnen etwa 0,5 Prozent weniger Papier, Karton und Pappe als in 2011. Einem starken Rückgang bei grafischen Papieren (- 4,7 Prozent) stand ein Wachstum bei Verpackungs- und Hygienepapieren gegenüber (+ 2,9 Prozent und + 1,6 Prozent). Insbesondere der Zeitungsdruckbereich war mit einem Minus von neun Prozent betroffen.

In den ersten Monaten des laufenden Jahres 2013 wurde vergleichsweise mehr Altpapier erfasst. Die Verpackungshersteller orderten braune Ware in größerem Volumen, Material für die Hygienepapierherstellung floss in zufriedenstellendem Umfang in die entsprechenden Fabriken. Im Zuge der Produktionskapazitätsreduzierung eher unterdurchschnittlich blieb der Auftragseingang für Deinkingware.

Die Altpapierorder aus Fernost zogen leicht an und es gab keine nennenswerte Lagerbildung bei der Altpapierentsorgungswirtschaft. Die hervorragende Beschäftigungslage der Verpackungspapierindustrie hielt auch im April die Absatzsituation für braunes Altpapier auf sehr hohem Niveau.

Wie schon im Vormonat gab es auch im April Sondermengenorder und einen grauen Markt. Dem stand ein eher niedriges Aufkommen braunen Altpapiers entgegen. Deinkingware (1.11) sowie für die Hygienepapierherstellung geeignetes Altpapier wurden in zufriedenstellendem Umfang geordert. In den Export nach Asien gehende Altpapierübermengen flossen im April in reduziertem Umfang ab. Dies lag nicht unerheblich an verschärften Einfuhrkontrollen auf chinesischer Seite.

 

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