21.10.2013

Verladeempfehlungen zur Ladungssicherung von Altpapierballen



Basierend auf der „Besten-Praxis“, den Vorgaben der Richtlinie VDI 2700 (Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen, Stand 2004-11) und entsprechenden Fahrversuchen nach DIN EN 12642 (Stand 2007-01) wurden Verladeempfehlungen zur Ladungssicherung von Altpapierballen beim Transport auf Straßenfahrzeugen erstellt, die nunmehr bundesweit bei allen behördlichen Kontrollorganen für Kontrollzwecke Anwendung finden sollen.

Die unter allen Beteiligten und vor allem unter Mithilfe von Praktikern der Transporteure, Entsorger und Papierlogistiker im Konsens erstellten Verladeempfehlungen wurden in Zusammenarbeit zwischen dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) e.V., dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) e.V., dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) e.V., dem Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) e.V., der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG), der Polizei Niedersachsen, der Polizei Nordrhein-Westfalen sowie Herstellern von Nutzfahrzeugaufbauten erstellt. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch die DEKRA Automobil GmbH und die TÜV NORD Mobilität GmbH.

Das Ladegut „Altpapier“ wird nach der „Liste der Europäischen Standardsorten und ihre Qualitäten“ (DIN EN 643) in 67 Altpapiersorten unterteilt. Weder die Größe noch die Pressung/Härte der Altpapierballen ist geregelt. Aufgrund ihrer fehlenden Formstabilität können zur Ladungssicherung Niederzurrverfahren nicht angewendet werden.

Es kommen lediglich formschlüssige Ladungssicherungsverfahren zum Einsatz. Hierzu können die Altpapierballen gegen ausreichend dimensionierte Stirn- bzw. Bordwände herangeladen oder durch bestimmte Direkt- oder Diagonalzurrverfahren gesichert werden.

In diesem Zusammenhang wurde eine spezielle, an das Ladegut Altpapierballen angepasste „Rückhalteverzurrung mit Rückhaltesicherung“ entwickelt. Anhand dynamischer Fahrversuche konnte die Wirksamkeit dieser Ladungssicherung erprobt und bestätigt werden. Die Verladeempfehlungen gelten für die gebräuchlichsten Aufbauformen mit seitlicher Schiebeplane sowie Plane-/Spriegel-Aufbauten mit und ohne Schiebeverdeck.

Die Ladungssicherung für alle möglichen Arten von Altpapier in einer Verladeempfehlung abzubilden ist nicht möglich. Deshalb orientieren sich die Verladeempfehlungen an den Qualitäten „sortiertes gemischtes Altpapier“, „Kaufhausaltpapier“, „alte Wellpappe-Verpackungen“ sowie „Deinkingware“, die derzeit etwa 70 Prozent des transportierten Altpapierballenaufkommens abdecken.

Durch Angaben zum Sicherungs- und Zurrmittelbedarf stehen dem Anwender vor Ort für die Dimensionierung der Ladungssicherung konkrete und hilfreiche Angaben zur praktischen Umsetzung der Ladungssicherung, die durch begleitende Abbildungen unterstützt werden, zur Verfügung.

Die vorliegenden Verladeempfehlungen stellen somit einen wichtigen Beitrag zur rechtssicheren Ladungssicherung nach dem derzeitigen Stand der Technik dar.

Wichtig:
Da es sich um „Empfehlungen“ handelt, besteht weiterhin die Möglichkeit, individuell - nach Maßgabe des Standes der Technik - nachweislich mindestens gleichwertige alternative Ladungssicherungsmethoden anzuwenden.

Hinweis: Fahrzeuge mit Schubboden werden aufgrund ihrer besonderen Aufbaustabilität nicht im Rahmen dieser Verladeempfehlungen behandelt. Zur Ladungssicherung von Altpapierballen auf Schubbodenfahrzeugen werden derzeit separate Verladeempfehlungen erarbeitet.

Die Verladeempfehlungen stehen zum kostenlosen Download (pdf-Datei) zur Verfügung:

Verladeempfehlungen zur Ladungssicherung von Altpapierballen beim Transport auf Straßenfahrzeugen

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