10.11.2013

UN-Umweltstudie: Recycling ist wahre Goldmine

Die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Entsorgungssystemen. Das bringt Schäden für Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft mit sich, wie eine Studie der Vereinten Nationen (UN) zeigt. Dabei sind Recycling und ordentliche Abfallbehandlung nicht nur sprichwörtlich eine Goldmine: Aus einer Tonne recyceltem Elektronikschrott könnte so viel Gold gewonnen werden wie aus fünf bis15 Tonnen Golderz.

Müllhalden, in vielen Ländern die vorherrschende Form der Abfallentsorgung, führen zu akuten Gesundheitsproblem für die meist ärmeren Bevölkerungsschichten, die in der Nähe wohnen. Zusätzlich verursacht ein mangelhaftes Abfallmanagement schwere Umweltschäden. Sickerwasser kontaminiert Böden und Wasser, das offene Verbrennen sorgt für Luftverschmutzung und da Abfälle nicht recycelt werden, gehen Rohstoffe verloren. Deshalb will die UN solche Länder strategisch unterstützen, in denen das Abfallmanagement unorganisiert und schlecht ausgestattet ist.

Die Studie – Guidelines for National Waste Management Strategies: Moving from Challenges to Opportunities – die in Zusammenarbeit mit dem UN Institute for Training and Research (UNITAR) erstellt wurde unterstreicht, dass es nicht nur eine Herausforderung, sondern eine  bisher “weitgehend unerschlossene Möglichkeit“ ist, aus Abfällen profitable Ressourcen zu gewinnen”

Neben dem Potenzial an Gold, das aus Elektronikschrott gewonnen werden kann, würde auch die Ausbeute an Kupfer, Aluminium und Seltenen Erden die üblichen Mengen aus Erzen übersteigen. Leiterplatinen seien höchstwahrscheinlich die reichsten Vorkommen, die man je finden werde.

Als weitere Vorteile des Recyclings und der Abfallbehandlung nennt die Studie beispielsweise:

Das Recycling einer Tonne Aluminium spart 1,3 Tonnen Bauxit-Abraum, 15 Kubikmeter Kühlwasser, 0,86 Kubikmeter Prozesswasser und fast 40 Barrel Öl und verhindert den Ausstoß von zwei Tonnen CO2 und elf Kilo Schwefeldioxid.

  • Im Jahr 2000 hatte das Recycling in der Europäischen Union über 229.200 Arbeitsplätze geschaffen. Bis 2008 waren es fast 512.340 – ein jährliches Wachstum von über 10,5 Prozent. Im Jahr 2000 kamen auf eine Million Einwohner 400 Beschäftige im Recyclingsektor, sieben Jahre später waren es über 600; eine Steigerung von rund 45 Prozent.
  • · Der globale Entsorgungsmarkt von der Sammlung bis zum Recycling wird auf 410 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt, die informellen Segmente in den Entwicklungsländern nicht mit eingerechnet. Insgesamt werden weltweit schätzungsweise 1,3 Milliarden Tonnen Abfälle gesammelt, bis 2025 sollen es 2,2 Milliarden sein.

Die Studie ist auf der Seite des United Nations Environment Programme abrufbar.

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