27.01.2012

NDR „Redezeit“ mit bvse-Experte: Neue Sammelsysteme für E-Schrott benötigt

„In Deutschland klafft eine Lücke: 1,8 Millionen Tonnen Elektrogeräte werden jedes Jahr verkauft aber nur 700.000 Tonnen Elektroschrott kommen im Recycling an. Zu viel landet in Kellern, im Restmüll oder im illegalen Export“, erklärte Andreas Habel, Fachreferent für E-Schrott Recycling in der Radiosendung „Redezeit“ von NDR Info.

In der Sendung vom 26. Januar 2012 diskutierte Habel mit Moderatorin Dr. Regina König sowie Franziska Müller von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Norbert Portz, Beigeordneter des Deutschen Städte- und Gemeindebundes wie Industrie, Handel, Kommunen und Verbraucher zukünftig zu mehr Recycling beitragen können.

Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass die Sammlung möglichst verbrauchernah gestaltet sein muss, um das Sammelaufkommen zu steigern. Durch eine neue EU-Richtlinie wird zukünftig der Handel stärker in die Pflicht genommen. Hier können Verbraucher dann unabhängig vom Kauf eines Neugerätes ihre kaputten Geräte abgeben. Daneben sieht der bvse-Experte Potenzial für Sammlungen ähnlich der Glassammlung mit Containern an zentralen Orten. Auch Leasing- oder Pfandmodelle für Elektrogeräte, insbesondere Handys, seien zukünftig denkbar.

Auf Hörernachfrage warnte Andreas Habel indes vor der Erfassung allen Abfalls in einer gemeinsamen Tonne. E-Schrott könnte hier Schadstoffe freisetzen, andere Abfälle kontaminieren und das Recycling massiv beeinträchtigen.

Die DUH-Vertreterin forderte, Elektrogeräte, insbesondere Handys so lange zu benutzen, wie sie funktionieren und nicht nach einem oder zwei Jahren auszutauschen. Jedoch seien viele Geräte gar nicht auf eine längere Verwendungsdauer oder eine einfache Demontage ausgelegt. Hier müsse das Öko-Design ansetzen. Dem stimmte auch Habel zu und ergänzte: „Zum Öko-Design gehört auch, dass Geräte so gebaut sind, dass Schadstoffe einfach entfernt und Wertstoffe effektiv zurück gewonnen werden können.“

Gerade die Schadstoffe führten beim illegalen Export und der unsachgerechten Zerlegung in den Entwicklungsländern zu Umwelt- und Gesundheitsschäden. Ebenso gingen dem hiesigen Wirtschaftskreislauf wichtige Rohstoffe verloren. Die neue EU-Richtlinie, nach der zukünftig der Exporteur beweisen muss, dass die Geräte auch tatsächlich funktionieren, wird deshalb auch von der DUH begrüßt.

Norbert Portz betonte, dass Deutschland ein rohstoffarmes Land sei, das sich den Export von Schrott, in dem wertvolle Rohstoffe enthalten sind, nicht leisten kann. Es gelte deshalb, Rohstoffe zurückzugewinnen. Auch die Sammelstellen der Kommunen, an denen Bürger ihre alten Geräte abgegeben können, leisteten einen Beitrag zum Erhalt der Rohstoffe.

Für den bvse machte Andreas Habel abschließend deutlich: „Unternehmen der Recyclingbranche leisten einen wesentlichen Beitrag zum Ressourcenschutz und der sicheren Entsorgung von Schadstoffen. Aber auch die Verbraucher haben es in der Hand. Mit einem Sammelaufkommen von ca. 7-8 kg liegen die Deutschen noch weit hinter den Skandinaviern. Beispielsweise in Norwegen werden 24 kg pro Einwohner gesammelt. Wir müssen mit verbrauchernahen Systemen arbeiten, den Umweltaspekt beim Verbraucher stärken und den illegalen Export einschränken“

Den Beitrag können Sie sich auf der Homepage des NDR anhören

schliessen

MITGLIEDSANFRAGE

Ja, ich interessiere mich für die Mitgliedschaft im bvse e.V., habe aber noch ein paar Fragen. Setzen Sie sich bitte mit mir zwecks Abklärung in Verbindung.

schliessen

Newsletteranmeldung

Mit unserem Newsletter „bvse am Mittag“ informieren wir Sie mehrmals wöchentlich über relevante Neuigkeiten aus der Branche und unserem Verband. Sie können den Newsletter jederzeit bequem mit einem einzigen Mausklick abbestellen. Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Im Übrigen gelten unsere Datenschutzbestimmungen.