31.01.2012

Berzelius für nachhaltiges Recycling von Bleibatterien ausgezeichnet

Einseitige öffentliche Förderung von Lithiumbatterien greift zu kurz

Für seine Anstrengungen, umweltschonende Verfahren für das Recycling von Bleibatterien und die Bleiproduktion umzusetzen, wurde Dr. Reinhard Püllenberg, Geschäftsführer des größten deutschen Bleiherstellers Berzelius Metall GmbH mit dem Nachhaltigkeitspreis des Fray International Symposiums ausgezeichnet.

Das bvse-Mitgliedsunternehmen hat einen einzigartigen Recyclingkreislauf für Autobatterien etabliert. Dazu werden Altbatterien im gesamten Bundesgebiet gesammelt und aufbereitet.

Porträtfoto von Dr. Reinhard Püllenberg
Eine handelsübliche Autobatterie besteht zu circa 60 Prozent aus Blei, das Berzelius in den eigenen Bleihütten zurückgewinnt. Das Metall geht nach der Aufbereitung überwiegend zurück in die Batterieproduktion.

Bleibatterien haben Zukunft
„Die Bleibatterie ist kein Auslaufmodell, sie hat ihre Zukunft noch vor sich, denn die meisten Elektrofahrzeuge werden einen Hybridantrieb haben oder zumindest mit einer Bordbatterie für Radio und Navigation ausgestattet sein und schon deshalb nicht ohne eine Blei-Säure-Batterie auskommen“, machte Püllenberg erst kürzlich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) deutlich. In diesem Zusammenhang kritisierte er die einseitige öffentliche Förderung von Lithium-Ionen-Technik.

Dr. Reinhard Püllenberg

Auto-Experten sehen nämlich in den sogenannten Microhybriden, also Fahrzeugen mit Start-Stopp-Technik oder Bremsenergierückgewinnung, den wichtigsten Mobilitätstrend der nächsten Jahre. Moderne Bleibatterien liefern die notwendige Energie, um diese verbrauchssenkenden und damit klimaschonenden Techniken zum Standard werden zu lassen:  EFB (Enhanced Flooded Battery) und AGM (Absorbent Glass Mat) sind technische Weiterentwicklungen der bewährten Blei-Säure-Technik.

Aber auch im Bereich der Mild-Hybride kann die Bleibatterie bestehen, und sogar in reinen Elektrofahrzeugen wird in Zukunft neben der Hochvolt-Traktionsbatterie eine 12V-Blei-Bordnetzbatterie stecken. „Im Rahmen einer konsequenten Klimapolitik sollte deshalb auch die Weiterentwicklung der Bleibatterie wieder ins Blickfeld gerückt werden“, ist Püllenberg überzeugt.

Andererseits werden diese Akkus aber auch zu nahezu 100 Prozent recycelt. Berzelius ist dabei der einzige Akteur, der alle eingesetzten Materialien zu über 95 Prozent stofflich verwertet und zugleich den Recyclingkreislauf komplett abdeckt: Von der Sammlung über die Aufbereitung bis hin zur Produktion von Blei, Säure und Kunststoff.

So ist das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren zum Marktführer bei der Produktion hochwertiger Polypropylen-Compounds aus sekundären Rohstoffen aufgerückt. Diese Compounds werden vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt, um daraus hochwertige Bauteile zu produzieren.

Berzelius-Lkw liefert Altbatterien an

Das Unternehmen
Die Berzelius-Gruppe mit Hauptsitz im rheinischen Braubach ist eines der größten Bleirecycling-Unternehmen weltweit. Das 1996 aus der Rheinischen Zinkgesellschaft hervorgegangene Traditionsunternehmen steht für einen einzigartigen Recyclingkreislauf von Bleibatterien und die Herstellung von Blei, Bleilegierungen, Silber, Schwefelsäure, Natriumsulfat und Polypropylen-Compounds. Der eigene Fuhrpark und ein bundesweites Logistiknetzwerk stellen die lückenlose Erfassung gebrauchter Bleibatterien sicher. Zurzeit produziert Berzelius mit 450 Mitarbeitern jährlich rund 200.000 Tonnen Blei und Bleilegierungen sowie vielfältige Recyclingprodukte.

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