08.08.2008

Ergebnis von deutscher Tochter hat bei Veolia in Paris Enttäuschung ausgelöst

FAZ: Geschäftsergebnis liegt nicht im Plan

Enttäuschung über das Ergebnis von Veolia Umweltservice (ehemals Sulo) hat sich bei der Veolia-Führung breit gemacht. Um 40 Millionen EURO liege das Ergebnis hinter den Planungen hinterher, hieß es in Paris.

Veolia sehe sich daher gezwungen, so berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, mit "einem Sparplan, Veränderungen im Management und einer stärkeren Integration in die Konzernaktivitäten" gegen zu steuern. Veolia-Vorstand Denis Gasquet kündigte laut FAZ zudem an, dass Jürgen Rauen sich nicht mehr um das Tagesgeschäft kümmere, sondern "als Deutschland-Vertreter von ganz Veolia fungiere". Dies sei auch auf Wunsch von Rauen geschehen, hieß es.

Kritik äußerte die Veolia Spitze dem Bericht zufolge am Controlling der deutschen Tochter. Verwiesen wurde zudem auf den scharfen Wettbewerb in Deutschland und die nicht ausreichende Integration einer Reihe von in der Vergangenheit getätigten Unternehmenszukäufen.

Allerdings betonte Veolia-Vorsitzender Henri Proglio, dass man die Übernahme des deutschen Unternehmens nicht bereue. Es brauche aber wohl noch zwei bis drei Jahre, bis der Rückstand gegenüber den Planungen aufgeholt sei. Um Veolia Umweltservice herum müsse eine integrierte europäische Abfallplattform aufgebaut und die Rendite in den Abfallsortierzentren erhöht werden.

Für Veolia lief es in diesem Jahr insgesamt nicht gut. Innerhalb von sechs Monaten gab es Gewinnwarnungen, der Aktienkurs brach um 40% ein und angesichts dieser Rahmenbedingungen drückte auch die Gesamtverschuldung von 16 Milliarden Euro auf die Stimmung. Grund genug also für das Veolia-Management, das Ruder herumzureißen.

Nachdem ganz offensichtlich mit einer geringen Rendite ein hohes Umsatzwachstum (vor allem durch Zukäufe) von 17% erkauft wurde, soll jetzt ein durchgreifendes Kostensenkungs- programm die Rendite von zuletzt nur 1,5% deutlich aufbessern. So wurde in Paris angekündigt das Veolia-Kosten- senkungsprogramm gegenüber der ursprünglichen Planung auf 400 Millionen Euro zu verdoppeln. Die Investitionen sollen in diesem und dem nächsten Jahr um 500 Millionen Euro gekürzt werden. Außerdem stehen Vermögenswerte von 1,5 Milliarden Euro bis 2009 zum Verkauf an.

Diese Ankündigungen honorierte die Börse am Donnerstag mit einem Anstieg der Veolia-Aktie um immerhin 7%.

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