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5. Internationaler Alttextiltag 2016

Branchenvertreter, Referenten aus Politik, Wirtschaft, Beratung und angrenzenden Industriezweigen treffen sich beim jährlich stattfindenden Internationalen Alttextiltag. Die bvse-Tagung hat sich zu der zentralen Tagung zum Thema Textilrecycling entwickelt.

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Nachrichten

Marktbericht 2015/216

Auch 2015 war wieder ein schwieriges Jahr für die Alttextilien-Branche – eine Besserung der Gesamtsituation ist in weite Ferne gerückt. Selbst wenn sich der Abwärtstrend von 2014 im vergangenen Jahr nicht so massiv fortgesetzt hat, so litt der Altkleidermarkt unter einer an-haltenden Stagnation.

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Michael Sigloch wurde als langjähriger Vorsitzender des FTR verabschiedet

Vor über 100 Teilnehmern fand am 29. April im Rahmen des 5. Internationalen Alttextiltages des bvse die Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden des Fachverbandes Textil, Michael Sigloch statt.

"Eine Ära geht zu Ende, was bleibt, ist der Dank des Fachverbandsvorstandes und der Fachverbands-Mitglieder für die hervorragende Arbeit", leitete der stellvertretende Fachverbandsvorsitzende Martin Wittmann die Danksagung an Sigloch ein, der über 15 Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden besetzte.

Auch bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock würdigte die verdienstvolle Arbeit und vor allem auch das faire und offene Miteinander, dass selbst in kontrovers diskutierten Themen immer einen fairen und ergebnisorientierten Konsens hervorbrachte und damit deutlich machte, "dass die Chemie stimmte".

Als loyalen und fairen Kollegen mit offenem Ohr für die Sorgen und Nöte der Mitglieder beschrieb auch der langjährige Weggefährte und ehemalige Vorstandskollege Klaus Löwer den mit allen Facetten des Textilrecyclings vertrauten Unternehmer. Sigloch sei stets ein Vorreiter mit Herzblut und "Mann, der, wo erforderlich, auch mal Ecken und Kanten zeigte" gewesen, so Löwer zu dem engagierten Einsatz Siglochs, der seine Amtszeit hindurch durchaus kontrovers mit dem Slogan "Eine Spende kann kein Abfall sein" gegen die Etablierung des Abfallbegriffs kämpfte.

Neue Lösungen für hochwertiges Textilrecycling

Der Alttextilienmarkt hat sich nach dem extremen Preisverfall im 3. und 4. Quartal 2015, sowohl für Second-Hand-Bekleidung als auch für Recyclingware und Putzlappen, in den ersten Monaten in 2016 etwas stabilisiert. Nichtsdestotrotz ist die Branche weiterhin mit vielen Problemen und Herausforderungen konfrontiert, für die es neue Lösungen zu suchen gilt”, fasste der stellvertretende Vorsitzende des Fachverbands Textilrecycling, Martin Wittmann, am 29. April vor über 100 Teilnehmern des 5. Internationalen Alttextiltages in Bad Neuenahr die wirtschaftliche Lage und Situation der Branche zusammen.

Mit dem Trend der zunehmenden Neukommunalisierung, dem Einstieg großer Entsorgungskonzerne in den Altkleidermarkt und vor allem den weiter anhaltenden Auswüchsen illegaler Sammlungen, haben gerade die kleinen und mittelständischen Privatunternehmen seit geraumer Zeit zu kämpfen. Darüber hinaus müsse man sich in Zukunft aber auch mit neu auf dem Vormarsch befindlichen Themen, wie beispielsweise der Textilsammlung durch Ankaufsportale im Internet oder Rücknahmesysteme diverser Bekleidungsgeschäfte, die zur Bedrohung traditioneller Altkleidersammlungen führen können, auseinandersetzen. Auch die Folgen des immer größer werdenden Anteils der “billig” Sammelware, die bei Discountern gekauft wird, gelte es im Auge zu behalten. Dies werde langfristig dazu beitragen, dass sich die Qualität der Sammelware in Zukunft noch weiter verschlechtert, so Wittmann.

Wichtigstes Ziel, um im Markt weiterhin bestehen zu können, sei unter anderem die Umsetzung der im KrWG geforderten hochwertigen getrennten Erfassung und hochwertigen Verwertung. Um einen nachhaltigen Textilkreislauf gewährleisten zu können, hat der Fachverband Textilrecycling im bvse hierzu einen Arbeitskreis gegründet. Die Arbeitsgruppe, die sich Anfang Juni zur ersten konstituierenden Sitzung trifft, hat sich zur Aufgabe gemacht, Kriterien zur Hochwertigkeit bei der Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien zu erstellen. Ziel ist, diese Kriterien als Richtlinien zusammenzustellen, die vor allem für Kommunen als sinnvolle Unterstützung bei öffentlichen Ausschreibungen im Altkleiderbereich dienen könnten.

Auch die technische Fortentwicklung der Aufbereitungsmethoden spielt für die hochwertige Verwertung eine immer bedeutendere Rolle. Bisher finden beispielsweise Reißfasern aus Textilabfällen nahezu ausschließlich Anwendung in der Verarbeitung zu Vliesstoffen für Isolation, Polsterung und Automobiltextilien. Doch sei unter anderem auch die Nutzung von Recyclingfasern in anderen Bereichen Forschungsgegenstand am Sächsischen Textilforschungsinstitut (stfi), wie Dipl.-Ing. Bernd Gulich in seinem Vortrag berichtete. Branchenexperte Martin Wittmann ergänzte, dass mittlerweile der Bereich der Faserrückgewinnung zunehmend auch in den Fokus der Modebranche rücke. Zum einen als ressourcenschonender und kostengünstiger Rohstoff für die Textilneuproduktion, zum anderen auch, weil gerade große Textildiscounter immer mehr daran interessiert sind, durch den Einsatz von Recyclingfasern ihr Markenimage in Bezug auf Umweltschonung und Nachhaltigkeit verbessern zu wollen.

Dem Treiben illegaler Sammler ein Ende setzen!

Mit deutschlandweit ungenehmigt aufgestellten Containern verursachen illegale Sammler nicht nur den ordentlich arbeitenden privaten Entsorgungsunternehmen großen wirtschaftlichen Schaden, sondern der ganzen Gesellschaft. Zudem stellen neuerdings Container billigster Bauart aus dünnem Blech mit scharfen Kanten ein zusätzliches Gefährdungspotenzial für die Bürger dar, zeigte sich der stellvertretende bvse-Fachverbandsvorsitzende Martin Wittmann in seiner Begrüßungsrede auf dem 5. Internationalen Alttextiltag besorgt.

Weder dem Staat noch Kommunen, Verbänden oder den in diesem Bereich mit Sammelerlaubnis arbeitenden Unternehmen ist es bisher gelungen, diesem unkontrollierten Treiben wirksam und dauerhaft Einhalt zu gebieten. Daher hatte der bvse-Fachverband Textilrecycling zu seiner Internationalen Fachtagung mit dem Hauptreferenten für Umweltrecht im Städte- und Gemeindebund NRW Dr. Jur. Peter Queitsch und Rechtsanwalt Stephan Jäger zwei Experten eingeladen, die den Teilnehmern nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen darlegten, sondern gleichzeitig auch praxisnahe Beispiele und Lösungsansätze für ein rechtssicheres Verhalten bei der Untersagung sowie Entfernung illegal aufgestellter Altkleidercontainer gaben.

Sowohl die aus dem Leben gegriffenen, humorig vorgetragenen Praxisbeispiele von Rechtsanwalt Jäger, beispielsweise über Erlebnisse bei der Beantragung einer Genehmigung für eine Containeraufstellung für Alttextilien auf dem privaten Grund einer Kirchengemeinde, als auch konkrete Verhaltenstipps für Grundstückseigentümer beim Vorfinden eines ohne dessen Zustimmung aufgestellten Containers mit dem sogenannten spontanen Selbsthilferecht, stießen auf reges Interesse und Beifall der Teilnehmer.

Dr. Queitsch referierte unter anderem zu Themen wie der abfallrechtlichen Zulässigkeit einer Sammlung einerseits und straßenrechtlicher Zulässigkeit andererseits, Rechtsinformationen zu Containern im öffentlichem Verkehrsraum sowie Verhaltensregeln für gewerbliche Sammler bei der Aufstellung eines Containers. Mit gültigen Rechtsurteilen belegt, brachte er auch juristisch schwierige Sachverhalte in seinen Ausführungen verständlich und lösungsorientiert auf den Punkt.

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