Glasrecycling: Scherbenqualität verbessern
Reiling investiert 4 Mio. Euro in Aufbereitungsanlage
Die Reiling Glas Recycling GmbH & Co. KG betreibt am Standort Marienfeld eine Sortiermaschine, die noch effektiver Verunreinigungen im Altglas erkennen und aussortieren kann als herkömmliche Technologien. Vor rund 60 Geschäftspartnern aus der Glasindustrie hat Reiling seine Innovation Anfang November vorgestellt.
Das System arbeitet nach dem Prinzip der Elementanalyse: Mittels Röntgenfluoreszenz wird jede das Detektionssystem durchlaufende Scherbe auf bestimmte Elementkonzentrationen geprüft. Die Anlage erkennt und separiert so insbesondere glaskeramische Verunreinigungen sowie Bildschirm- und Laborgläser und bleioxidhaltige Gläser. Darüber hinaus können metallische Verunreinigungen sowie Keramik, Steine und Porzellan aufgespürt und aussortiert werden.
Störstoffe kann die Anlage in einem Arbeitsgang oder in getrennten Durchläufen ausschleusen. Im Gegensatz zu bildgebenden Verfahren ist die Prüfung der chemischen Zusammensetzung der Scherben sehr unempfindlich gegenüber Beeinträchtigungen durch Verschmutzungen, Feuchtigkeit, Beschichtungen, Papier- oder Kunststoffteile.
„Mit einem Input von rund 500 Tonnen pro Tag erreicht die neue Aufbereitungsanlage im Vergleich zur alten Anlage eine Kapazitätserhöhung von 25 Prozent. Mit effizienteren Maschinen ermöglichen wir somit eine erhebliche Energieeinsparung“, erläutert Unternehmensinhaber Bernhard Reiling.
Nach Angaben des Unternehmens wurden in die neue Anlage vier Millionen Euro investiert.
Gemeinsam mit zwei US-amerikanischen Unternehmen, die auf den Bau von Röntgenfluoreszenz-Analysegeräten spezialisiert sind, hat Reiling vor rund fünf Jahren mit der Entwicklung der Aufbereitungsanlage begonnen und diese wesentlich vorangetrieben. „Bei uns haben Innovationen und Produktentwicklungen einen besonderen Stellenwert. Unsere Mitarbeiter verfügen über jahrzehntelange Erfahrung, die eigene Entwicklungen der Verfahrenstechnik möglich macht“, betonte Geschäftsführer Andreas Uhlen.
Seit einiger Zeit sehen sich die Glasrecycler mit steigenden Anforderungen der Glashütten an die Scherbenqualität konfrontiert. Neue Technologien wie die Röntgenfluoreszenz-Sortierung ermöglichen es Reiling, diesen Anforderungen gerecht zu werden und auch die gesetzlichen Vorgaben zur Glasqualität erfüllen zu können. Das betrifft insbesondere den Schwermetallgehalt, der durch das Aussortieren bleihaltiger Gläser kontrolliert werden kann.
Als Konsequenz kündigt Reiling an: „Wir werden unsere glasaufbereitenden Standorte nach und nach mit weiteren Röntgen-Sortiermaschinen ausstatten.“ Bisher betreibt das Unternehmen sechs dieser Anlagen an fünf Standorten.
Die Reiling Unternehmensgruppe beschäftigt an zwölf Standorten in Deutschland und vier internationalen Niederlassungen rund 500 Mitarbeiter, über 130 davon am Standort Marienfeld (Kreis Gütersloh).




