Studenten der RWTH-Aachen besuchen Stricker PolyRec

Einblick ins Kunststoffrecycling

Im Rahmen einer Exkursion zum Thema Kunststoffe hatten rund 20 Studenten des Instituts für Aufbereitung und Recycling der RWTH Aachen die Möglichkeit, verschiedene Stufen des Produktions- und Aufbereitungsprozesses von Kunststoffen kennenzulernen. Dr. habil. Thomas Probst, Fachreferent für Kunststoffrecycling beim bvse und Dozent an der RWTH Aachen leitete die Exkursion.

Beim Forschungsinstitut Fraunhofer Umsicht in Willich konnten sich die Studierenden zu biobasierten Kunststoffen und deren Umsetzung zu industriellen Produkten wie Folien, technischen Spritzgießteilen oder Schäumen informieren und dabei eine Technikumsanlage zur Herstellung von Biokunststoffen besichtigen. Hier entwickelt das Institut maßgeschneiderte Werkstoffe wie holzfaserverstärkte Compounds, Nanokomposite und Rezyklate für verschiedenste Anwendungen.

Im Anschluss lud Lyondell Basell zu einer Werksführung am Standorte Wesseling ein. Lyondell Basell gehört zu den weltweit größten Unternehmen auf den Gebieten Polymere, Petrochemie und Kraftstoffe. Dabei hatten die Studierenden Gelegenheit, das Herz des Werks, einen sogenannten „Cracker“, aus der Nähe zu besichtigen.

Dort werden die Hauptprodukte Ethylen- und Propylen gewonnen, die für die Kunststoffher-stellung basal sind.Die in Wesseling hergestellten Kunststoffgranulate und -pulver finden zum Beispiel Anwendung in Trinkwasserrohren, Haushaltsgegenständen,  Autoteilen und in der Medizin.

Zum Abschluss der Exkursion stellte das bvse-Mitglied Stricker PolyRec seine Recyclinganlage vor. Der Betrieb verarbeitet hochwertige technische Kunststoffe, die unter anderem bei der Herstellung von Produkten für die Luft- und Raumfahrt als Produktionsabfälle anfallen, zu Agglomeraten.

"Wir besetzen damit eine sehr spezielle Marktnische und schließen Rohstoffkreisläufe, denn die Materialien werden hier so aufbereitet, dass sie erneut in den Produktionsprozess einfließen können“, informierte Geschäftsführer Egbert Schmidt.

Die flexible Aufbereitungsanlage des Unternehmens ist in der Lage, verschiedene Materialien wie zum Beispiel Fasern, Vlies oder Folien aufzunehmen. Das Material wird in einer Mühle vorzerkleinert und über einen Puffersilo dem Agglomerator zugeführt.

Das Agglomerat wird in einer Nachschneidmühle auf eine definierte Korngröße geschnitten, in einem Sichter und einem Taumelsieb von Feinanteilen und Staub befreit. Ein Metallabscheider schleust eventuelle Metallanteile im Granulat aus.

„Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der klassischen Regranulierung ist die geringere thermische Beanspruchung. Deshalb ist es auch für Materialien geeignet, die einer schonenden Aufbereitung bedürfen“, erläuterte Betriebsleiter Detlef Schneider vor den Studenten.

Gruppenfoto Studenten RWTH Aachen bei Stricker PolyRecStudenten der RWTH Aachen mit Dr. habil. Thomas Probst, Detlef Schneider (Betriebsleiter Stricker PolyRec) und Egbert Schmidt (Geschäftsführer Stricker PolyRec)

 

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